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Exklusivinterview mit Kerry Greenwood (die weiter unten folgenden ausführlichen Angaben basieren auf einem langen Schreiben der Autorin an das Krimi-Forum).
Bände der Phryne Fisher-Reihe:
1) 1989 Cocaine Blues - Miss Fisher und der Schneekönig
Mehr zu den Bänden der Reihe, sowie eine Kurzübersicht der Figuren und leckere Rezepte aller Art finden Sie auf dieser Webseite.
Bände der Corinna Chapman-Reihe:
1) 2004 Earthly Delights - Torten, Tod und Teufel (2007)
Mehr zu dieser Reihe sowie umfangreiche Textproben und leckere Rezepte finden Sie auf dieser Webseite.
Kerry Greenwood wurde am 17. Juni 1954 im Melbourner Stadtteil Footscray geboren, in dem sie, nach diversen Wanderjahren, auch jetzt lebt. 1979 beendete sie ihr Studium an der Universität von Melbourne mit einem Doppelabschluß: Englisch und Jura. Zu ihren Werken gehören neben den Krimis eine Reihe von Theaterstücken (u.a. "The Troubadours" mit Co-Autor Stephen D'Arcy), verschiedene historische Romane, Jugend- und Sachbücher. Außerdem arbeitete sie in den folgenden Berufen: als Folk-Sängerin, Fabrikarbeiterin, Direktorin, Produzentin, Übersetzerin, Kostümbildnerin, Köchin und wurde zur eigenen großen Erheiterung auch als Rechtsanwältin zugelassen. Und zwar am ersten April 1982 (ein Datum, das die Australierin nach eigenem Bekunden zugleich als bedeutsam und beruhigend empfindet).
Man hat sie zur Griechin ehrenhalber ernannt. Sie stickt gut, kann nicht stricken, hat bereits diverse Flugzeuge geflogen und sich aus diesen herausgestürzt (mit einem Fallschirm) im Versuch, ihre Höhenangst zu bewältigen (als Ergebnis wird Kerry Greenwood derzeit verrückt beim Gedanken, in 2000 Meter Höhe aus einem Flugzeug zu springen, kann aber problemlos eine Leiter hoch steigen). Einen Secondhand-Buchladen kann sie durch eine Mauer hindurch erkennen.
Das erste Buch der Serie, "Miss Fisher und der Schneekönig", (Cocaine Blues) wurde 1989 veröffentlicht und zum großen Erstaunen der Schreiberin selbst ein Erfolg. Es folgten 1990 "Miss Fisher in Turbulenzen" (Flying Too High), 1991 "Miss Fisher unter Zugzwang" (Murder on the Ballarat Train), 1992 "Miss Fisher fischt im Trüben" (Death at Victoria Dock), 1993 "The Green Mill Murder", 1994 "Blood and Circuses", 1995 "Ruddy Gore", 1996 "Urn Burial", 1997 "Raisins and Almonds", 1999 "Death Before Wicket". Sie behauptet, daß, so lange die Leute diese Bücher lesen wollen, sie auch in der Lage sein wird, diese zu verfassen.
Sie hat zu mehreren Anthologien beigetragen, hat Sachbücher verfaßt, diverse historische Bücher, eines davon über den Fall von Troia. Auch haben sich die Leser sehr über ein Koch- und Kurzkrimibuch "Recipes for Crime" gefreut.
Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie (seit 1987) als Teilzeit-Anwältin für die Victoria Legal Aid, wo sie sich in den Bereichen Strafrecht und Einwanderungsrecht spezialisiert hat.
Zwei Fragen, die Kerry Greenwood ihren Lesern gerne beantworten möchte, obwohl sie nie gestellt wurden:
Warum schreibe ich?
Wegen Geld.
Okay, okay. Ich schreibe, weil ich nicht "nicht schreiben" kann. Ich war eine Geschichtenerzählerin seitdem ich sprechen kann, und ich fühle mich nicht wohl, wenn ich nicht schreiben kann. Es ist eine Art gutartiger Besessenheit. Ich wache mitten in der Nacht auf mit einer Geschichte im Hinterkopf, die meine sofortige Aufmerksamkeit verlangt. Dann schreibe ich und schreibe und schreibe bis ich drei Wochen später völlig entkräftet vom Stuhl falle und ein Buch fertig ist. Mein erstes Buch schrieb ich mit 16 und seitdem habe ich all das, was ich persönlich gerne lesen würde, selbst geschrieben.
Was / Wer hat mich beeinflußt?
Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie ich lesen lernte, aber ich muß damals ungefähr drei Jahre alt gewesen sein. Mein erstes Buch hieß "Katie, das Kätzchen" und ich kann es heute noch auswendig aufsagen. Ich entdeckte Ray Bradbury und Robert Heinlein und verliebte mich in Science Fiction und dann entdeckte ich Sherlock Holmes und las jeden Krimi, den ich in die Finger bekam. Das ist nach wie vor meine Lieblingslektüre. Außerdem liebe ich Dickens und Dorothy Sayers und Joan Aiken und Herodotus und Harry Harrison und Stanislaw Lem und eigentlich alles, das in irgendeiner Form Buchstaben hat. Mein Lieblingsdichter ist Dylan Thomas, der einst sagte: "Liebt die Worte!" und ich tue es.
(Foto: Carmel Shute) |