Ein Schüler auf der Buchmesse 07

Lesezelt
Wisst Ihr, was eine Messe ist?
Richtig!
Es kann ein Gottesdienst sein, aber auch ein Treffen zwischen Käufern und Verkäufern.
Bei der Frankfurter Buchmesse 2007 waren das ca. 7.000 Verlage aus 100 Ländern, und fast 300.000 Autoren, Illustratoren, Übersetzer, Buchhändler und so weiter.
Etwa 12.000 Journalisten waren auch da.
Sie informierten ihre Zuschauer, Zuhörer oder Leser über neue Bücher, CDs, Spiele usw. und machten Interviews mit den Autoren.
Wie ich.

Ich bin zwar noch ein Kind und gehe in die dritte Klasse, aber weil meine Mama Journalistin ist und über Bücher schreibt, lese ich ganz ganz ganz gern und viel.
Schon im Januar 2007 machte ich mein erstes Interview.
Am Telefon.
Und nun hatte ich die Chance persönlich mit ein paar Autoren zu sprechen.

Am liebsten hätte ich mich mit Joanne K. Rowling unterhalten, weil ich alle sieben Harry-Potter-Bände verschlungen habe.
Leider kann ich erst wenig Englisch und die Autorin war auch gar nicht in Frankfurt, darum interviewte ich andere Leute.

Was ist eigentlich ein Interview?
Da stellen Leute Leuten Fragen.
Über ihre Arbeit und über ihr Privatleben.
Die Antworten werden entweder aufgeschrieben oder mit einer Art Kassettenrekorder aufgenommen.
Das sollte ich nun auch tun und war ganz schön aufgeregt.

Zuerst aber war ich ziemlich beeindruckt von dem großen Gelände.
Zu den zehn Hallen konnte man vom Eingang aus mit dem Bus fahren oder zu Fuß gehen.
Entweder im Freien über die Plätze und Strassen oder innen drin. Dafür sind die Hallen miteinander verbunden. Durch ganz lange Gänge mit Rollbändern, also eine Art Rolltreppe ohne Stufen.

Thilo
Es war total voll. Überall gingen oder saßen Menschen. Viele von ihnen konnte ich gar nicht verstehen, weil sie ausländisch sprachen.

Zum Glück war das anders bei THiLO, der keinen Nachnamen hat, weil seine Eltern sich das nicht leisten konnten.
Er schreibt Bücher, z.B. über den „Rostigen Robert“ – einen Ritter, der ohne seinen Knappen Knut nicht überleben kann. Oder über den Jungen Einar, der mit der „Magischen Insel“ in andere Zeiten und an andere Orte reist und dort den Leuten hilft.
Von diesen Büchern und von seiner Familie erzählte er mir draußen auf dem großen Platz, wo wir in der Sonne saßen.

Zum Glück lief bei diesem Interview alles glatt – denn beim nächsten drückte ich auf den falschen Knopf am Diktaphon (das ist das Ding, mit dem man die Interviews aufnimmt und abspielt).
Darum war auf dem Band gar nichts drauf.
Das war soooooooooooo peinlich!!!!

Ralf
Aber mein Gesprächspartner, Ralf Kramp, war so nett, das Ganze gleich noch einmal zu wiederholen.

Ralf Kramp ist der Chef vom KBV-Verlag.
Außerdem schreibt er Krimis für Kinder und Erwachsene und zeichnet seine Cover (Titelbilder) sogar meist selbst.
Für die Kinder meiner Schule hat er den Hund Fiete aus dem Buch „Wenn Goldfinger rauskommt“ gemalt. Der hilft einer Kinderbande einen Bankräuber zu fangen.

Außer Ralf waren noch andere Autoren an seinem Stand.
Zum Beispiel Jacques Berndorf.
Das ist der ältere Herr mit Bart, der auf meiner anderen Seite sitzt.
Er ist ziemlich berühmt für seine Eifel-Krimis.

Wegweiser
Allerdings macht das viele Herumlaufen und Reden und Schauen auch ziemlich hungrig und müde.
Wie gut, dass es überall kleine Cafés und Restaurants gibt, in denen man sich etwas kaufen kann.
Auch an den Ständen bekommt man oft etwas zu essen oder zu trinken – dann aber umsonst. Kekse, Äpfel, Wasser, Kaffee …
Wenn man Glück hat, bekommt man auch Bücher oder Aufkleber oder andere Dinge geschenkt.

Aber ohne die Wegweiser und Standnummern in den einzelnen Hallen würde man sich wahrscheinlich ganz oft verlaufen.
Das wäre ziemlich blöd, weil es alle Menschen auf der Messe immer fürchterlich eilig haben.
Genau wie meine Mama.
Die hatte eine lange Liste mit Terminen. Das heißt, sie traf sich mit Leuten aus Verlagen oder machte selbst Interviews. Und dabei muss man immer superpünktlich sein.

Nach einiger Zeit kann das ganz schön langweilig sein.
Darum war ich froh, wenn ich ab und zu in einer Halle alleine auf Entdeckungstour gehen durfte.
Die Stände sind total unterschiedlich: Manche bloß so groß wie ein Besenschrank und andere ganz riesig. Sogar mit Sitzecken.

Kompass
Bei manchen Verlagen, die auch Computerspiele machen, konnte man die ausprobieren. Das war toll.
Am besten gefallen hat mir die riesige Playstation im Innenhof.
Die musste ich natürlich auch testen – und zwar mehr als ein Mal.

Um alles auf der Messe zu sehen, müsste man wohl zwei Wochen bleiben – sie geht aber nur von Mittwoch bis Sonntag (und ich war nur zwei Tage dort).
Trotzdem: Als wir am Freitag nach einer langen Reise (mit Bahnstreik) wieder zu Hause ankamen, hatte ich das Gefühl, eine tolle Zeit verbracht zu haben.

Darum rate ich jedem: Wenn mal eine Messe, eine Bücherschau oder eine Lesung in eurer Nähe ist, geht hin!
Es lohnt sich!

Euer Konstantin Pelz