Exklusivinterview mit Andreas Schmidt

Woher kommt Ihre Vorliebe für den Kriminalroman?

Das schöne an einem guten Krimi ist, dass darin alles enthalten ist, was spannende Unterhaltung so facettenreich macht:
Es darf eine Liebesgeschichte sein, es darf aber auch mal "härter" zur Sache gehen. Kaltblütige Morde, hinterhältige Täter, die vor nichts zurückschrecken. Der Leser muss in die Handlung hinein gesogen werden, muss sich ständig fragen, wer hinter den Morden, hinter den Verbrechen steckt. Nicht umsonst sagt man auch heute noch "Der Mörder ist der Gärtner". Aber auch Lokalkolorit kann einen Krimi bunt und anschaulich für den Leser machen. Dann kommt eine weitere Facette hinzu: Die des Lokalromans.

Warum haben Sie damit angefangen, eigene Krimis zu schreiben?

Geschrieben habe ich eigentlich schon immer.
Kurzgeschichten, Gruselgeschichten, Heftromane - alles eben, was man im weitesten Sinne unter spannender Unterhaltung verstehen kann / will.
Da ich privat sehr gerne Krimis lese, wuchs in mir irgendwann der Gedanke, selber einmal einen Kriminalroman zu verfassen. Das geschah dann auch 1997 mit "In Satans Namen", einem Regio-Krimi aus dem Westerwald.
Und da ich der Meinung war, dass Wuppertal eine "spannende" Stadt ist, dachte ich, es sei an der Zeit für einen "Wuppertal-Krimi". So entstand 1999 das "Schwebebahn-Komplott". Die Idee, eine Bahn in die Wupper stürzen zu lassen, wurde ja am 12. April von der Realität überholt, und so wurde der Sturz aus dem Roman gestrichen und umgeschrieben. Deshalb verzögerte sich die Veröffentlichung bis 2002.

Was gehört für Sie zu einem guten Krimi?

Ein spannender Plot, der anfangs viele Fragen aufwirft und den Leser an die Geschichte fesselt, macht einen guten Krimi aus.
Und im Nachhinein muss es eine Auflösung geben, mit der der Leser am wenigsten rechnete.

Wie kommen Sie auf Ihre Geschichten?

In meinen Geschichten lasse ich mich gern von der Wahrheit inspirieren - ich gestehe ;-) Und die "Wupper-Connection" ist das Paradebeispiel hierfür. So hat der Korruptionsskandal, der ja bundesweit für Schlagzeilen sorgte, den Weg ins Taschenbuch geschafft. Das Leben schreibt eben die besten Geschichten.

Eignet sich Wuppertal als Krimikulisse?

Ich mag Wuppertal, weil es eine Stadt mit "Ecken und Kanten" ist. Nicht immer läuft alles rund, aber das macht die Stadt interessant. Von der Topographie eignet sich Wtal bestens für einen Roman, und nicht umsonst dreht Hollywood-Regisseur Tom Tykwer gern in seiner Heimatstadt. Er spricht dann immer vom "Bergischen San Francisco". Dem ist nichts hinzuzufügen, wie ich finde. ;-)

Wird es ein Wiedersehen mit dem Team der "Wupperwelle" geben – also die Radioreporter Heike und Stefan als Serienfiguren?

Ja, es wird definitiv ein Wiedersehen mit Stefan Seiler und Heike Göbel geben. Ich werde die Figuren in den kommenden Romanen noch mehr ausbauen, ihre Persönlichkeiten noch lebendiger, noch liebenswerter gestalten. Der "Wuppertal-Krimi" hat sich etabliert, und die nächsten fünf Jahre sind uns mit Stefan und Heike sicher.

Hauptberuflich sind Sie mit der Betreuung eines Fuhrparks in einem mittelständischen Industrieunternehmen beschäftigt. Können Sie sich vorstellen, hauptberuflich als Autor tätig zu sein?

Durchaus könnte ich mir vorstellen, meinen Lebensunterhalt als Krimiautor zu bestreiten. Da ich aber nicht Ken Follett heiße, wird das wohl noch etwas dauern ;-)
Es sei denn, die Freunde des Krimi-Forums versprechen mir, immer die Gesamtauflage meiner Bücher zu kaufen...

Und was lesen Sie am liebsten?

Leider komme ich viel zu selten zum Lesen.
Aber wenn, dann darf es ruhig ein guter Kriminalroman sein. Und - ich liebe die klassischen Gruselromane, die es leider kaum noch gibt.

Was machen Sie in Ihrer (noch verbleibenden) Freizeit?

Die verbleibende Freizeit ist derzeit ziemlich knapp - die Buchmesse steht vor der Tür, und die neuen Projekte wollen geplant und konzipiert werden.
Wenn dennoch Zeit nach Job und Schreiberei bleibt, treffe ich mich gerne mit Freunden, gehe gern gut Essen, auch mal romantisch bei Candle-Light, liebe das Kino und unternehme gerne Reisen - oder besser: Kurztrips. Wegen der knappen Freizeit eben...
Oder ich erkunde das Bergische Land mit dem Mountainbike.

Da www.krimi-forum.de ein Internet-Portal ist, die obligatorische Frage: Wie nutzen Sie persönlich das Internet, und welche Websites empfehlen Sie unseren Lesern?

Empfehlen kann ich den Lesern zwei Internetseiten:
www.krimi-forum.de und www.kbv-verlag.de ;-)
Natürlich ist das www eine unglaubliche Hilfe bei der Recherche zu meinen Romanen - ohne das Netz müsste man sich eine Menge Fachliteratur zulegen. Und so kann man gezielter suchen - und effizienter finden.

Zu guter Letzt: Verraten Sie uns Ihr Motto?

Mein Motto lautet schlicht und ergreifend:
Ich schaffe alles, was ich will.
Klingt ehrgeizig, klappt aber (fast) immer ;-)

Wir danken für das Gespräch!

Mit Andreas Schmidt sprach krimi-forum.de Mitarbeiterin Anja Platz-Schliebs, (September 2003)

(Foto: privat)