Exklusivinterview mit THiLO

Guten Tag! Ich heiße Konstantin Pelz.
Warum haben Sie nur einen Vornamen und keinen Nachnamen? Hatten Sie Angst, dass Ihre Leser sich keine zwei Namen merken können?

Also das war so:
Als ich geboren wurde, waren meine Eltern so arm, dass sie sich keinen Nachnamen leisten konnten. Denn Nachnamen sind teuer, das ist klar!
Also kauften sie lieber Milch und Brot und so was. So kam das damals.

Warum kennen Sie sich so gut mit Kindern aus?

Vielleicht bin ich nach wie vor selbst ein Kind ...
Abgesehen davon habe ich vier Kinder. Mit denen spiele ich viel und lese ihnen vor. Daher weiß ich genau, was sie interessiert, was sie gerne hören und lesen möchten.

Sind Ihre Kinder Jungen oder Mädchen? Und wie alt sind sie?

Beides (lacht).
Ich habe drei Mädchen und einen Jungen. Die Mädchen sind elf, sieben und vier Jahre alt, der Junge, der ist 13 Monate alt. Selber lesen kann er die Bücher noch nicht, aber er beißt gerne rein.
Warum machen Sie Bücher und Drehbücher für Kinder und nicht für Erwachsene?

Für Erwachsene zu schreiben, das wäre mir einfach zu leicht. Ich bin ja selbst einer.
Wenn ich aber für Kinder schreibe, dann muss ich mich in jemanden anderen hineinversetzen. Ich muss mir überlegen: „Wie war das denn damals, als ICH neun Jahre alt war?“ In dem Moment mache ich eine kleine Zeitreise und überlege, was für mich in diesem Alter interessant war. „Was hätte ich da gerne gewusst?“
Das ist viel schwieriger als für Erwachsene zu schreiben.

Was sind Ihre Lieblingsfiguren? Vielleicht der Rostige Robert oder der Silberne Siggi? Und warum heißen die so?

Ich hatte die Idee zu dem Ritterbuch, auf das du dich beziehst, aber noch keine Namen. Und dann habe ich tatsächlich eines Nachts diese beiden Namen geträumt. Beide gleichzeitig: „Rostiger Robert“ und „Silberner Siggi“.
Und weil das mein erstes Kinderbuch war, ist der „Rostige Robert“ tatsächlich immer noch meine Lieblingsfigur.
Mittlerweile habe ich ihn ungefähr 600 Mal vorgelesen, in Schulen und Büchereien. Das macht mir nach wie vor sehr viel Spaß und meine kleinen Zuhörer wollen die Geschichte auch alle immer noch hören.
Sogar im nächsten Jahr, also 2008, bin ich bis zum Herbst immer noch mit dem „Rostigen Robert“ unterwegs.
Der ist mir so ans Herz gewachsen, ich glaub, ich bin selbst schon ein Stück vom „Rostigen Robert“ geworden.

Die „Magische Insel“ spielt z.B. bei den Wikingern, den Rittern, in Ägypten bei den Pharaonen, in Frankreich oder auf Madagaskar. Waren Sie selbst schon an all diesen Orten?

Noch nicht überall. Ich war z.B. in Ägypten und in Frankreich war ich auch schon. Aber natürlich war ich nicht zur Zeit der Wikinger in Norwegen.
Dafür gibt es ja Bücher. Andere Leute haben das ja schon genau erforscht.
Das ist dann wie so eine Reise im Kopf. Man kann reisen, ohne wirklich da gewesen zu sein – genau das ist ja das Besondere an einem Buch. Man schlägt es auf und kann reisen, ohne wirklich den Hintern hochzuheben.
So habe ich das gemacht.
Und dann habe ich mir ganz viel vorgestellt, was damals in der Zeit bei den Wikingern passiert sein könnte.
Daraus wurde dann die „Magische Insel“.

Wenn Sie aber gereist sind, taten Sie das dann alleine oder mit Freunden?

Beides.
Manchmal bin ich mit einem Freund gefahren, manchmal mit meiner Frau oder mit der ganzen Familie. Das war immer unterschiedlich.

Aber Sie haben doch sicher Freunde – wie heißen die?

Meine Freunde? (grinst)
Ach, ich habe so viele …
Die heißen wahrscheinlich ungefähr so wie deine Freunde auch: Christoph und Thomas und Konny und … Stefan, Matthias, Carsten …

In „Rettung für die Delfine“ geht es um ... DELFINE. Haben Sie schon welche in echt gesehen?

Ich habe welche im Zoo gesehen. Oder im Delphinarium. Aber richtig in echt, im Meer … – ne, noch nie.
Würde ich aber gern mal!

Und was sind Ihre Lieblingstiere?

(überlegt kurz) Wiener Schnitzel!

Ich gehe noch zur Schule, bin in der 3. Klasse. Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit?

Auf jeden Fall.
Letztens fand ich ein Zeugnis von mir wieder, da war zu lesen, dass ich in allen Fächern gut war, nur das „Schriftliche Sprachverständnis“ war mangelhaft. Das heißt, ich konnte alles gut, nur keine Geschichten ausdenken.
Das war dann für mich so viel Ansporn, dass ich Autor werden musste. Denn Mathematikprofessor wäre viel zu leicht gewesen.

Was war Ihr Lieblingsfach?

In der Grundschule war es auf jeden Fall Sachkunde. Das Fach, in dem man etwas über Frösche gelernt hat. Wir sind dann immer durch den Wald getappt und haben geguckt, was da los ist. Später dann am Gymnasium habe ich mich direkt für Geschichte interessiert. Wahrscheinlich schreibe ich deswegen auch so gerne Geschichten, die in der Vergangenheit spielen.

Vielen Dank für das Gespräch!

(Das Interview führte Konstantin Pelz während der Buchmesse in Frankfurt, Oktober 2007)

(Foto: THiLO/privat)