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Sie schreiben im Duo, sind alte Jugendfreunde, beide Anfang dreißig. Der Held, den sie geschaffen haben, entstammt eher der Kategorie „einsamer Wolf“ und ist Mitte 50. Alle drei haben eines gemeinsam: Sie sind Bergbewohner, stammen aus dem Allgäu. Und ihre Namen wird man sich merken müssen …
Kennen Sie den? Treffen sich ein Realschullehrer und ein Kulturredakteur.
Tja, was er wohl sagte, der Klüpfel Volker zum Kobr Michael (oder war’s andersherum?) als die beiden Schulkameraden Anno 2000 mit dem Auto zurück von der Expo ins heimische Allgäu gondelten?
Vielleicht: „Hey, warum schreiben wir nicht einen genial-guten Krimi mit einem endgeilen Ermittler?!“ Worauf der andere entgegnet: „Ja, lass uns das machen! Am besten erfinden wir eine Mischung aus sämtlichen Bond-Darstellern, mit einem Hauch George Clooney, abgerundet von einem Schuss Robbie …“ „Genau! Einen, der jeden Abend nach einem Gitarren-Gig in der In-Kneipe erst einen Happen Low Carb zu sich nimmt, bevor er immer eine andere heiße Braut in sein Berliner Loft abschleppt …“
Okay … so war es wohl eher nicht. Also fragen wir die beiden Autoren doch mal direkt:
Herr Klüpfel, Herr Kobr: Wer von Ihnen beiden ist denn nun verantwortlich für welche Charakterzüge und Angewohnheiten des guten Kommissar Kluftinger?
Klüpfel: Für die Optik ist Michael verantwortlich…
Kobr: Volker ist eher für die Angewohnheiten zuständig, sprich mit der Jogginghose vor dem Fernseher liegen du dort schnarchend einschlafen.
Wie wir hören, besprechen Sie zuerst gemeinsam die Szenen, dann geht jeder nach Hause und schreibt. Wie darf man sich das vorstellen?
Kobr: Nein, jeder ist für alles zuständig. Und es ist tatsächlich so, dass wir die Szenen nicht doppelt schreiben, sondern jeder schreibt nur eine Szene, die schicken wir uns dann gegenseitig und korrigieren sie.
Wenn Sie dann doch einmal uneins sind über eine Formulierung – wer hat dann das letzte Wort?
Klüpfel: Ich.
Kobr: Ich.
Kluftinger ist ein Original, manchmal ein wenig bedächtig, zuweilen erweckt er auch gern den Eindruck, naiv zu sein.
Klüpfel und Kobr: Unser Kommissar ist irgendwie eine Mischung aus Batman, James Bond und Heinz Schenk.
Was empfinden Sie, wenn Sie diese Vergleiche hören – und Sie als nächstes gefragt werden, ob denn nun bald eine Verfilmung anstünde?
Kobr: In der Gesellschaft ist unser Kluftinger natürlich sehr gut aufgehoben. Es ist für uns eine Ehre, mit so namhaften Ermittlern und Literatur und Film verglichen zu werden.
Wie man munkelt ist in der Tat eine Verfilmung geplant. Gibt es eine Wunschbesetzung – oder anders: Wen würden Sie gern in den Haupt- und Nebenrollen sehen, wenn Sie komplett freie Hand bei der Wahl unter deutschen und ausländischen Schauspielern hätten?
Klüpfel: In der Rolle des Kluftinger würde ich am liebsten einen unbekannten Schauspieler sehen, der im Idealfall seine Wurzeln im Allgäu hat.
Das Publikum Ihrer Lesungen ist der Ansicht, an Ihnen selbst wären Profi-Akteure verloren gegangen (Sie, Herr Klüpfel, stehen ja, wenn wir das richtig sehen, schon seit Jahren auch zuweilen auf der Bühne).
Kobr: Ja, aber natürlich auch weiterhin als Schreiber der eigenen Bücher.
Klüpfel: Ja, aber leider sind Lesungen nicht so hoch dotiert, dass man davon leben könnte.
Wie wäre es dann mit einer Stelle bei der Polizei? Oder zumindest einem Praktikum? Wenn Sie da freie Auswahl unter den Abteilungen hätten, für welche würden Sie sich entscheiden und warum?
Klüpfel: Nach unseren bisherigen Recherchen erscheint uns der Erkennungsdienst besonders interessant. Zwar kommt der im klassischen Krimi gar nicht so stark vor, bei uns in der Figur des Willi Renn (Willi, der Wühler) aber stärker, weil wir gesehen haben, wie wichtig das für die Aufklärung des Falles ist und wie Spannend die Arbeit mit den Spuren.
Sie wissen hoffentlich, dass viele „echte“ Polizisten zu Ihren Fans gehören. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg? Was mögen die Profis an Kluftinger besonders gern?
Kobr: Der Erfolg erklärt sich vielleicht dadurch, dass unser Kluftinger ein ganz normaler Typ ist. Vielleicht sogar etwas normaler und mit weniger heldenhaften Eigenschaften ausgestattet als jeder andere Polizist.
Zum Abschluss noch drei kurze Fragen:
a) Mögen Sie Sushi?
Klüpfel: Wir lieben Sushi und wenn wir auswärts unterwegs sind, beispielsweise zu Lesungen, versuchen wir immer einen Besuch beim örtlichen Japaner einzuschieben.
b) Haben Sie jemals davon geträumt, bei Ebay einen Panzer zu ersteigern?
Kobr: Ich habe mal nach einem Hubschrauber geschaut und Volker nach einem U-Boot, aber es gebricht uns an den räumlichen Voraussetzungen.
c) Waren Sie schon einmal versucht, sich ein Pseudonym zuzulegen – und wenn ja, welches?
Klüpfel: Tatsächlich haben wir uns anfangs überlegt, ob wir unsere Doppel-Autorschaft nicht verschleiern sollten, da sie vielleicht die Leser abschrecken könnte.
Kobr: Wer Kobr heißt, braucht kein Pseudonym mehr.
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!
(Foto: Johanna Mayer)
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