Jörg Pelzer ...

Geboren in Koblenz arbeitete der Journalist als gefeierter Hörfunk- und TV-Moderator bevor er Director Online beim Webradio eJay wurde.
Die Begeisterung des Allrounders für Schweden ist schon fast legendär. Kein Wunder also, dass ein Autor aus dem nordeuropäischen Land sein erklärter Liebling ist...

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Henning Mankell: Die falsche Fährte

Schweden, 1994. Die WM läuft. Alle hängen vor der Glotze, nur ein fingerfertiger Killer nicht. Ein Killer, der von Anfang an die Sympathie der Leser verdient hat. Keines der Opfer tut mir leid. Der ehemalige Justizminister, der Kunsthändler und der Kleinkriminelle. Es ist absolut in Ordnung, dass sie brutal getötet werden, im Ofen gegrillt, skalpiert werden.

Der Mörder setzt ein Zeichen. Er ist ein Sammler, und komplett bekloppt.

Mankells Kommisar Wallander, ein echter schwedischer Polizist, der zwar sein eigenes Leben kaum in den Griff bekommt, aber ein echter Fuchs ist, steht bis kurz vor Ende vor einem Rätsel. Es geht um junge Mädchen, das ist ihm klar.

Könnte es zumindest. Oder Kunstraub? Ein einfacher Betrug? Rache, aber für was genau? Und was verbindet die Opfer? Zufall? Ist der grausame Indianer einfach ein Serienmörder, der seine Opfer aus der Zeitung kennt? Dafür handelt er zu überlegt. Er spioniert sie aus, er hinterlässt Spuren...

Wallander kennt den Mörder. Der Leser auch. Trotzdem hält sich die Spannung bis zum Schluss.

Die falsche Fährte ist Mankells bestes Buch. Komplex, spannend, knifflig und mit einem zumindest für den Kommisar überaschendem Ende. Würde sich der Schwede noch den Hang zu seinen Ausflügen in die sozial-demokratische Gesellschaftkritik verkneifen, könnte ich jede Woche ein neues, dickes Buch von ihm vertragen. Länger liest man nicht dran. Einmal angefangen verfolgt es einen bis aufs Klo, ins Büro und an jede rote Ampel.

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