Kalle Pohl ...

Wer kennt ihn nicht, den lockenköpfigen Musikbuchautor, Radiomoderator, Theatermitbegründer und Kabarettist, dem wir drei Asterixfilme im Kölner Dialekt verdanken? Doch was der Musiker und Sänger in seinem bewegten Leben im Einzelnen alles erlebt und erreicht hat, das ist so vielfältig und spannend, dass man es sich am besten in Ruhe auf der Netzhaut und dem Zwerchfell zergehen lässt … Vor allem, wenn die Formulierung direkt vom Künstler höchstselbst stammt.
Genießen Sie also zunächst Kalle Pohls Lebenslauf, bevor Sie sich erzählen lassen, was der Mann warum am liebsten liest.
Und als kleines Extra gönnen Sie sich im Anschluss seine sehr vergnügliche Website voller Spannung, Spass, Songs und saftigen Sprüchen.

Wunderjahre
Kalle Pohl wird am 20. August 1951 in Düren geboren. Sein Opa ist Trompeter, Papa singt im Chor, Mama spielt die Quetsche und Sohnemann lernt bald das Akkordeonspiel. Das Dorf, in dem er aufwächst, ist ein großes Theater, die Besetzung alles Originale. Klein Karlheinz organisiert seine erste Einmannshow mit neun Jahren in einer Garage, die Nachbarkinder zahlen einen Pfennig Eintritt. Die Show ist ein Kracher und wird prompt wiederholt (5 Pfennig Eintritt).
Im Alter von 12 bis 16 gibt es kostenlosen Schauspielunterricht in der „Gaststätte Pohl“ - der „kleine Wirt“ studiert in der elterlichen Kneipe lustige, tragische, erbärmliche, unverdrossene und weitere hundert Charaktere, bevor und nachdem sie betrunken sind.

Leerjahre
Vier Wochen Kochlehre, abgebrochen wegen zuviel Prügel. Vollendete dreijährige Kaufmannslehre mit unendlich viel Leere. Ausbildung zum Polizeihauptwachtmeister, aber das ewige Lalü Lala ist dem Musikanten auf Dauer zu eintönig. Er arbeitet als Briefträger, Kellner, studiert klassische Gitarre an der Musikhochschule Köln und veröffentlicht diverse Musikbücher (Gitarrenschule, Akkordeonbuch, Liedersammlungen).

Wander- und Lernjahre
1978 gründet Kalle Pohl zusammen mit Dieter Laue und Egon Hellfeier das Atelier Theater in Köln, wo er 1980 sein erstes Solo-Kabarettprogramm - natürlich mit rheinischem Flair - präsentiert. Unzählige eigene WDR-Radiosendungen stehen danach auf dem Programm, auch gemeinsame Produktionen mit Gaby Köster, Hanns Dieter Hüsch, Harald Schmidt, Konrad Beikircher und Elke Heidenreich. Daneben gibt es Bühnenauftritte mit Dieter Hildebrandt sowie kleine Rollen in TV-Produktionen.

Schaltjahre
1996 wird Kalle Pohl Autor und Darsteller für 16 Folgen der Comedy-Reihe „Manngold“, TM3. Seit 1997 hat er einen Stammplatz bei 7 TAGE 7 KÖPFE. Hier spielt er hin und wieder seinen „Vetter Hein Spack“, volkstümlich derb und drastisch in der Sprache, eine komische wie auch tragische Figur. 1999 tourt Kalle Pohl mit seinem Bühnen-Solo-Programm „NACH OBEN“.

Heldenjahre
Das neue Jahrtausend beginnt turbulent: Im Januar 2000 startet RTL die neue Action-Event-Show „Ihr Seid Wohl Wahnsinnig! Die Gefährlichste Show Der Welt“, die gemeinsam von Bärbel Schäfer und Kalle Pohl moderiert wird. Im Februar 2000 lässt Kalle Pohl die Sau raus: „Dumm Sau TV“ heißt seine CD mit Mitschnitten aus seinem 2-Stunden Bühnenprogramm, Liedern, Comedy pur und natürlich mit Hein Spack.

Mini-Jahre
Ganz im Zeichen des kleinen Mannes steht das Jahr 2002. Kalle veröffentlicht im April seine neue Single „Immer auf die Kleinen“ und zeigt, dass er noch mehr drauf hat als er bei „7 Tage 7 Köpfe“ zeigen kann. Am 21. Mai erscheint das neue Album des „Frauentyps“ mit dem Titel „LADYKILLER“: gewohnt charmant, witzig, feinsinnig und mit erstklassig arrangierter Musik von seinem langjährigen Freund und Produzenten Erich Virch (Kabarettprogramme u.a. für Stefan Wald).

Maxi-Jahre
2003 ist Kalle Pohl zum ersten Mal in einer Hauptrolle zu sehen, in der RTL-Sitcom „Kalle kocht“. Wenn der quirlige Komiker am Herd steht, geht es heiß her. Als Küchenchef eines kleinen Restaurants, als allein erziehender Vater zweier Töchter und mit der jammernden Mutter zwei Treppen über ihm serviert Kalle Pohl unter der Regie von Ulli Baumann („Nicola“, „Ritas Welt“) beste komödiantische Unterhaltung.

liest ...

Ralf Kramp: Rabenschwarz

Warum guckt man Columbo? Warum liest man Maigret?
Auch wegen der Morde.
Auch.
Vor allem aber wegen Columbo und wegen Maigret. Die Fälle könnten theoretisch auch andere Polizisten lösen. Aber so wie Colombo, Maigret, Hercule Poirot oder Miss Marple löst niemand sonst die obskursten Verbrechen in den USA, Frankreich, Belgien oder England.
Und in der Eifel tut das keiner so wie Herbie Feldmann nebst Julius, den er neben sich gehen hat, den niemand sonst sehen und hören kann, nur Herbie, dem sich nach seinem Nervenzusammenbruch eine andere Welt eröffnet hat. Das gewaltige Erbe des mittellosen Feldmann verwaltet aufgrund seiner gesundheitlichen Indisposition die biestige Tante Hetti, die ihren Neffen drangsaliert und deren kleiner Köter nach ihm schnappt, wann und wo er kann.
Wenn aber in der Eifel Menschen auf unnatürliche Weise ums Leben kommen (und das sind nicht wenige), entwickelt Feldmann ein Gespür der ganz besonderen Art. Dabei präsentiert sich der unsichtbare Julius schon mal als hilfreicher Dr. Watson, allerdings ebenso oft als der sarkastische Gegenpart eines scheinbar in Selbstgespräche verworrenen Spinners.
Eine wahre Wonne sind die Schilderungen urtypisch komischer Figuren und tragischer Gestalten aus einem Landstrich, in dem Fremde herzlich willkommen sind und ebenso argwöhnisch beobachtet werden.
Das Wunderbare an dieser Krimi-Reihe von Ralf Kramp ist, dass man mit fühlt, mit Herbie Feldmann denkt und kombiniert, wie was wohin führt. Und dabei ist man vor Überraschungen nie sicher.
Bislang erschienen sind „Spinner“, „Rabenschwarz“, „Der neunte Tod“ und „Malerische Morde“, alle als KBV-Krimi.
Und mit Freude und Spannung erwarte ich den für Juli 2003 angekündigten fünften Feldmann-Krimi „Hart an der Grenze“.

(Foto: M.Z.)