ChrisTine Urspruch ...

In die Herzen der kleinen Zuschauer hat sie sich als schweinsnasiger Rotschopf im gleichnamigen Film von "Das Sams" gespielt - die Großen überzeugt sie derzeit als Dr. Silke Haller, scharfsinnige und -züngige Assistentin des neuen Münsteraner Tatort-Pathologen Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), der sie - in Anlehnung an den legendären Hüter des Nibelungenhortes - "Alberich" nennen darf.
Mit dieser Anspielung auf ihre Körpergröße von 1,32 m kann die Wahlberlinerin aber gut leben - geht es doch nur um eine Äußerlichkeit, an die sie im Lauf ihres zweiunddreißigjährigen Lebens Zeit genug hatte, sich zu gewöhnen.
Und mit ihr das Publikum, das die quirlige Theater-, Film- und Fernsehschauspielerin seit 1990 in zahlreichen Rollen begeisterte, nachdem sie endgültig beschloss ihr Lehramtsstudium (Deutsch und Englisch) an den Nagel zu hängen.
Welche Hobbies das sowohl dem Winter- als auch Wassersport zugeneigte Energiebündel sonst noch hat, verrät ein Blick auf die Agentur-Page der Frau mit dem (absichtlich) eigenwillig geschriebenen Vornamen.
Was ihre Lieblingslinks sind, verrät sie uns selbst und zwar wie folgt:
"Die Seite mit den Schauspielervideos ist für mich natürlich ein Muss - schon um zu sehen, wie sich die Kollegen präsentieren.
Auf www.urspruch-online.de und www.warburger-brauerei.de kann man sehen, was bekannte und unbekannte Verwandte so treiben.
Meinen ganz persönlichen Theatertipp finden Sie hier, während man meine Freundinnen dort bewundern kann.

Und wenn ChrisTine Urspruch sich nicht gerade auf einen neuen Dreh vorbereitet (wie etwa demnächst von weiteren Tatort-Folgen oder ab April 2003 der Fortsetzung des mit dem Deutschen Filmpreis 2002 ausgezeichneten Maar-Bestellers "Das Sams in Gefahr"), dann ...

liest ...

Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel

"Mr. Aufziehvogel" von Haruki Marukami ist zwar im klassischen Sinne kein Krimi, und dennoch zieht uns der Roman fesselnd mit kriminalistischem Gespür in seinen Bann.
Zunächst erzählt uns der Ich-Erzähler Toru Okada nicht nur vom mysteriösen Verschwinden seines Katers, nein, kurz darauf verschwindet auch seine Ehefrau spurlos und schon bald er selbst, bis er sich plötzlich in einem trockenen Brunnen tief unter der Erde wiederfindet, wo er einige Tage und Nächte verbringt.
Die absonderlichsten Dinge widerfahren ihm und doch zieht er sie auf magische Weise folgerichtig an.
Der tragische Held trifft auf die sonderbaren Schwestern Kreta und Malta Kano, die seine erotischen Phantasien fast widerwillig entfachen. Er macht Bekanntschaft mit der 14-jährigen May Kasahara, ein Spiegel der Jugend (meine Lieblingsfigur) und wird durch Leutnant Mamiyas mit der japanischen Geschichte und dem persönlichen unausweichlichen Schicksal konfrontiert.
Der Roman beschreibt die gegenwärtige Bestandsaufnahme eines "um die dreißig-Jährigen", in der wir uns alle nur allzu gut wiederfinden können:auf der Suche nach uns selbst!
Ein bißchen Kafka, ein bißchen Stephen King.
Ich habe das Buch während meiner Fastenzeit mit Spannung gelesen und ich kann Ihnen sagen, ich habe es verschlungen...
In diesem Sinne: Guten Appetit!

(Foto: Stefan Olah/Wien)