Aus dem Tagebuch von Stefan Heller, PI

von Frank Wobst

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April

Es war ein lausiger Tag, in jeder Hinsicht. Draußen war es windig und regnete wie aus Eimern. Das Wetter passte zu meiner Stimmung. Mein Geschäft lief ruhig. Viel zu ruhig, dachte ich, als die Klingel mich aus meinen Gedanken riss.

Entschuldigen Sie, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Stefan Heller, PI, 38 Jahre alt, 1,78 m 75 kg, ledig. PI steht für Private Investgator, auf Deutsch Privatdetektiv. Da ich ab und zu auch im Ausland arbeite und mir PI einfach besser gefällt als Privatdetektiv, steht es auch so auf meiner Visitenkarte. Im hiesigen Telefonbuch finden sie mich unter AAA-Detektei S. Heller. Wenn jemand unter Detekteien im Telefonbuch nachsieht, bin ich der Erste. Die Idee habe ich aus einem Buch über Direktmarketing.
Aber wo war ich stehengeblieben? Ach ja, wie es klingelte.
Als ich die Tür aufmachte, verschlug es mir die Sprache. Sie war einfach ein Traum. Da stand tatsächlich ein Traum vor meiner Tür. Schlank, ein voller Busen zeichnete sich unter dem roten Kostüm ab, lange blonde Haare und Augen, diese Augen - grünblau wie das Meer in einem Reiseprospekt.

"Guten Tag. Bin ich hier richtig bei der Drei A-Detektei?", fragte sie mit einem Blick auf das Schild an der Tür.
"Ja, natürlich. Entschuldigen Sie", stotterte ich los und reichte ihr die Hand. "Heller, Stefan Heller. Sie sind hier richtig. Bitte kommen Sie rein." Ich ließ sie vorgehen und betrachtete voller Andacht diese herrliche Figur.

Sie setzte sich auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch.
"Ich heiße Gaby Schreiner, und ich habe ein Problem", begann sie und warf mir dabei einen Blick zu, der mich freudig erschauern ließ.
"Bitte sagen Sie mir, was ich für Sie tun kann", lächelte ich sie an.
"Ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll."
"Fangen Sie einfach da an, wo Sie es für richtig halten. Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich." Sie legte das rechte ihrer herrlichen Beine über das linke. Dabei schob sich der bis knapp über das Knie gehende enge Rock ein bisschen nach oben, was meine Gedanken veranlasste etwas abzuschweifen. Die wunderschöne Frau holte mich mit einer nun etwas hart klingenden Stimme aber sofort wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
"Ich möchte etwas über einen Mann wissen. Ich möchte wissen, wo er wohnt, wo er arbeitet, ob er Familie hat. Einfach alles, alles über ihn, was man so erfahren kann. Er heißt übrigens Martin Keller."
"Was können Sie mir sonst noch über Martin Keller sagen. Ich meine, haben Sie vielleicht ein Foto? Wenn nicht, beschreiben Sie ihn. Und zumindest eine Adresse oder Telefonnummer brauche ich auch."
Sie belegte mich mit einem leicht finsteren Blick, der ihre grünblauen Augen katzenhaft aussehen ließ.
"Wenn ich wissen will, wo er wohnt, was er macht und so weiter, werde ich wohl kaum eine Adresse haben. Dann bräuchte ich keinen Detektiv, oder?", kam es mit einer kühlen und nun etwas überheblich klingenden Stimme von ihr.

In dem Moment gefiel sie mir nicht mehr ganz so gut. Ich hätte auf meinen Riecher hören sollen, der mir sagte: Lass die Finger von der Sache. Sie sieht zu gut aus und etwas ist faul.
Aber mir ging auch die Telefonrechnung, die nächste Miete sowie meine ziemlich leere Brieftasche durch den Kopf.
"Ich würde gern wissen, was Sie von dem Mann wollen. Oder besser gesagt, warum Sie die all diese Informationen über einen Mann haben möchten, den Sie wohl gar nicht weiter kennen."
"Das ist eine Privatsache, über die ich nicht sprechen möchte. Bitte verstehen Sie das", lächelte sie mich nunmehr wieder ganz lieb an.
"Hören Sie zu. Ich helfe Ihnen gern. Aber wie soll ich etwas über einen Mann herausfinden, von dem ich lediglich den Namen kenne."
"Ach, entschuldigen Sie. Ich habe Ihnen ja noch gar nicht gesagt, dass Sie ihn morgen sehen können. Um ein Uhr bin ich mit ihm im Café Krause verabredet. Sie postieren sich irgendwo unauffällig. Wenn er dann geht, können Sie ihm folgen."

Meine Honorarforderung akzeptierte sie ohne wenn und aber und drückte mir auch gleich die 400 Euro Vorschuss in die Hand. Auch das hätte mich vorsichtiger machen sollen. Solche Klienten gibt es nicht oft.

Am nächsten Tag saß ich schon um 12:30 im Café Krause, musterte die Gäste und fragte mich, wer von den Herren wohl Martin Keller sein könnte. Pünktlich um ein Uhr rauschte dann meine Auftraggeberin herein. Die Augen der Männer verdrehten sich. Kein Wunder, sie sah noch besser aus als gestern. Sie blickte sich um, verwandte auf mich allerdings keinen Blick und ging dann gezielt auf einen gesetzten Mittvierziger zu, der gerade mit einem heftigen Zug sein Whiskyglas leerte. Er sah nach nichts aus, als Mann meine ich. Er wirkte unscheinbar, hatte nur noch wenige Haare auf dem Kopf und passte irgendwie nicht zu den anderen Kunden des Cafés.

Meine Klientin und Martin Keller redeten leise miteinander.
Schließlich stand sie nach zehn Minuten auf und wollte gehen, aber Keller griff nach ihrem Arm und hielt sie zurück. Ich sah nur noch ein Nicken, und dann verschwand sie.
Martin Keller verließ fünf Minuten später das Café, und ich folgte ihm. Erst mit dem Bus, dann Umsteigen in die Straßenbahn. Schließlich landeten wir in einer ehemaligen Arbeitersiedlung. Jetzt leben hier zahllose Asylanten und Sozialhilfeempfänger. Eine Gegend, in der man Nachts nicht allein herumlaufen sollte als Normalbürger. Ich weiß, das klingt nach Vorurteilen, aber es ist nun mal wirklich so. Er verschwand im Haus Nr. 32 und sein Name stand auch auf der einer der Klingeln. Im dritten Stock wohnte er. Von zwei Kindern, die vor dem Haus spielten, erfuhr ich dann noch, dass der Mann allein lebte und auch nicht arbeitete. Das war's. Ich verschwand aus der unfreundlichen Gegend. Von meinem Büro rief ich meine Auftraggeberin auf ihrer Handynummer an und berichtete, was ich erfahren hatte. Sie sagte daraufhin, die Informationen würden ihr reichen, und ich brauchte mich nicht weiter um Martin Keller zu kümmern. Komisch fand ich das schon, aber ich weiß aus Erfahrung, dass Klienten manchmal sehr merkwürdig reagieren.

Zwei Tage waren vergangen, als ich in der Zeitung das Bild eines Mannes sah. Auch wenn er auf dem Bild schlecht getroffen war, weil er so verkrümmt am Boden lag, ich erkannte ihn sofort. Es war Martin Keller. Ob es ein Selbstmord, ein Unfall oder ein Mord war, sei noch nicht geklärt stand dort. Verflucht, warum ich? Es war doch alles so gut gelaufen. Ein schneller Auftrag, gut bezahlt. Das war es wahrscheinlich: Es war zu einfach gewesen und zu gut bezahlt.
Ich wählte die Handynummer meiner Auftraggeberin, aber niemand meldete sich. Es ging auch keine Mailbox an, wie das sonst so üblich ist.
Ich riss mein Telefonbuch aus dem Regal und blätterte mit zittrigen Händen in den Seiten. Eine Gaby Schreiner fand ich nicht. Ich hatte es befürchtet, geahnt, oder wie immer man das nennen mag. In meinem Kopf brummte es. Was sollte ich tun?
Etwa zur Polizei gehen? Gab es irgendetwas, das mich mit Martin Keller in Verbindung brachte? Nein, nichts, rein gar nichts. Dann fielen mir die beiden Kinder urplötzlich wieder ein. Wenn sie der Polizei von mir erzählt hätten, würde ich ganz schön in der Zwickmühle stecken. Mir wurde siedendheiß bei diesen Gedanken, und ich brauchte unbedingt Abkühlung.

So streunte ich mehr oder weniger ratlos durch die regnerische Stadt, das Wetter war noch immer nicht besser geworden, in der Hoffnung, dass mir irgendwo Gaby Schreiner begegnen würde. Ich saß drei Stunden im Café Krause, aber da tauchte sie - natürlich - auch nicht auf. Die Handynummer fiel mir ein. Vielleicht könnte ich über die Telefongesellschaft etwas erfahren. Zurück in meinem Büro rief ich dort an. "Das ist eine Nummer mit einer Pre-Paid Karte", sagte die freundliche Stimme vom Service am anderen Ende der Leitung und fuhr fort: "Ich habe hier zwar einen Namen und eine Adresse, aber die kann ich Ihnen nicht geben. Sie wissen doch, Datenschutz." Entnervt bedankte ich mich und legte auf.

Die kommende Nacht schlief ich schlecht, trotz der Flasche Rotwein, die ich mir gegönnt hatte, um zur Ruhe zu kommen.
Am nächsten Morgen hastete ich ungewaschen und unrasiert zum gegenüberliegenden Kiosk und holte mir die Zeitung. Noch im Regen stehend, das Wetter war immer noch miserabel, blätterte ich die Zeitung durch. Voller Hast übersah ich zunächst den Artikel auf der dritten Seite.
Die Ermittlungen hatten ergeben, dass Keller sich selbst vom Balkon gestürzt hätte. Ich atmete voller Erleichterung auf.
Erst beim Frühstück zu Hause las ich den ganzen Artikel ausführlich. Da stand noch einiges über Martin Kellers Vergangenheit, das mir gar nicht gefiel. Ein besonders netter Zeitgenosse schien er nicht gewesen zu sein. Aber was sollte ich tun?
Ich hatte nicht einmal einen Beleg dafür, dass sie wirklich bei mir gewesen war. Eine Rechnung oder Quittung hatte sie nicht verlangt, und ich war auch ganz froh darüber gewesen. Wenn ich nun zur Polizei gehen würde, hätte ich nichts als eine Menge Ärger und Schwierigkeiten ohne Ende.

Wie Sie wahrscheinlich schon bemerkt haben, gehöre ich nicht gerade zu den überkorrekten Menschen, aber in einem solchen Fall (?). Es vergingen zwei weitere Tage, in denen meine Nerven fast zum Zerreißen gespannt waren. Jeden Tag las ich die Zeitung von vorne bis hinten, aber es erschien nichts mehr über den Todesfall von Martin Keller. Ich ertappte mich beim Zeitungslesen schon dabei, dass ich förmlich danach suchte, dass in der Zeitung stand, die Ermittlungen hätten nun doch ergeben, dass der Mann umgebracht worden wäre. Ich forschte nach, ob es in den Nachbarorten und Städten eine Gaby Schreiner gab, aber heraus kam dabei nichts.

Im Laufe der nächsten Woche dachte ich immer weniger über die Sache nach. Zwei neue Aufträge nahmen mich voll in Anspruch. Ich war froh, dass der Rubel wieder etwas rollte und vergaß fast meine negativen Gedanken über den Tod von Martin Keller, bis - ja, bis ich sie wiedersah.

Es war auf dem Hauptbahnhof in Hannover.
Ich musste dort umsteigen und da ich etwas Zeit hatte, bummelte ich durch eine Ladenzeile des Bahnhofes.
Zuerst dachte ich, das ist eine Täuschung. Das gibt's doch gar nicht. Aber sie war es. Es war Gaby Schreiner, genauso gut anzuschauen, wie damals in meinem Büro. Sie war in einem Drogeriemarkt und als sie herauskam, fing ich sie ab. Sie starrte mich ungläubig an. Ihr schienen die Worte zu fehlen. Selbst ihr gut geschminktes Gesicht konnte die aufkommende Blässe nicht verbergen. Sie wankte und schien fast umzufallen. Ich nahm sie am Arm, und ohne etwas zu sagen, folgte sie mir in das Intercityrestaurant. Ich bestellte zwei Kaffee und zwei Cognac, nachdem wir uns an einem Tisch in einer hinteren Ecke gesetzt hatten. Sie sagte nichts, schaute mich nur an. Ihr Blick war hilflos. Gaby Schreiner wirkte überhaupt nicht mehr so souverän. Aber ich habe schon zu viel erlebt, um die Blicke einer Frau wortwörtlich zu nehmen. Noch immer hatten wir kein Wort miteinander gewechselt. Ich trank meinen Cognac und wartete darauf, dass sie etwas sagen würde. Nachdem sie ihren in einem Zug und mit einer zitternden Hand heruntergestürzt hatte, begann sie zu leise, fast flüsternd, zu sprechen: "Wie haben Sie mich gefunden?"
"Zufall. Es war Zufall. Ich bin auf dem Weg nach Berlin und habe etwas Zeit", antwortete ich.
"Und was wollen Sie jetzt von mir? Ihr Geld haben Sie bekommen, und es ist doch nichts passiert", stotterte sie.
Ich beugte mich etwas vor. "Dass Keller tot ist, wissen Sie doch, oder?"
"Ja, ja - Ich habe es in der Zeitung gelesen." Ihre Augen wichen meinem Blick aus, und sie fuhr fort: "Es ist Selbstmord gewesen. Das stand doch in der Zeitung."
Ich unterbrach sie: "Hier in Hannover stand das in der Zeitung?"
Ich atmete tief durch. Hielt die mich wirklich für so dumm? Dann überging ich den Punkt einfach.
"Ein komischer Selbstmord und vor allem sehr seltsam, dass Sie mich kurz zuvor beauftragen, herauszufinden wo der Mann lebt. Und kaum wissen Sie es, stürzt er sich schon vom Balkon. Das ist ganz normal, nicht wahr? Einfach ein Zufall."
Ich fing an wütend und dadurch lauter zu werden, riss mich dann aber zusammen.
"Wer war Martin Keller? Oder besser gefragt, was hatten Sie mit ihm zu tun?", hakte ich mit nun wieder leiser Stimme nach.
Sie sah mir wieder in die Augen. Es schien mir, als versuchte sie meine Gedanken lesen.
"Was wollen Sie tun, wenn ich jetzt einfach aufstehe und gehe? Die Polizei holen, mich festhalten?", fragte sie schließlich.
"Nein, das würde ich nicht tun. Aber Sie würden mich nicht wieder los werden. Ich würde Ihnen folgen. Ich würde in Erfahrung bringen, wer Sie sind, wo Sie leben, was Sie tun. Und dann."
Ich ließ offen, was ich dann tun würde. Ich wusste es ja auch nicht.
Einige Tränen liefen aus ihren schönen Augen. Ich hasse es, wenn Frauen weinen, obwohl ich mir bei ihr nicht sicher war, ob das nicht nur so eine Mitleidsmasche war.
"Würden Sie mir denn überhaupt glauben?", fragte sie leise, wobei sie sich mit zittrigen Händen eine Zigarette anzündete.

Die Hände waren es. Die immer stärker zitternden Hände überzeugten mich davon, dass sie wirklich Angst hatte. Wissen Sie, so etwas kann man nicht so ohne weiteres nachmachen. Na ja, Schauspieler vielleicht.
"Erzählen Sie mir Ihre Geschichte. Aber versuchen Sie nicht, mich hereinzulegen. Ich werde es herausbekommen, so oder so."
"Ich weiß", sagte sie, und dann begann sie schließlich: "Ich kenne Martin Keller von früher. Es ist ungefähr dreizehn Jahre her. Ich bin damals auf den Strich gegangen."
"Und nun hat er Sie erpresst", warf ich ein und ärgerte mich im selben Moment, dass ich sie unterbrochen hatte.
Sie nickte und schaute mich mit ihren grünblauen Augen traurig an.
"Ja, er hat mich erpresst. Aber nicht deswegen, oder nicht nur. Ich hatte damals einen Zuhälter, Bernd Klose. Bernd hatte mich erst dazu gebracht auf den Strich zu gehen. Ich tat es aus Liebe, zumindest am Anfang. Später hat er mich gezwungen, verprügelt und misshandelt." Sie stoppte kurz, blickte an die Decke, bevor sie hinzufügte: "Bernd und Martin Keller kennen sich schon eine Ewigkeit."
"Sie sind wohl weg von Ihrem Zuhälter und haben ein neues Leben angefangen. Ich denke mal, Keller hat Sie erpresst. Er wollte Geld von Ihnen und hat Ihnen gedroht, wenn Sie nicht zahlen, würde er Klose sagen, wo er Sie findet", ließ ich meinen Gedanken freien Lauf. Fast hätte ich hinzugefügt, ist das ein Grund jemanden umzubringen.
"Nein, so einfach ist es leider nicht. Bernd kam damals wegen Totschlag ins Gefängnis. Ich sagte gegen ihn aus und verschwand danach. Das war meine Chance dem Milieu zu entkommen. Demnächst müsste er entlassen werden. Es ist alles schon so lange her. Die ersten Jahre hatte ich noch häufig Angst, dass mir irgend jemand aus meiner Vergangenheit über den Weg läuft. Nach drei Jahren war ich aber sicher, dass ich das ein für allemal hinter mir gelassen habe."
"Wie hat Keller Sie gefunden?"
"Es war ein Zufall, so wie Sie mich jetzt gefunden haben. Ich war in Ihrer Stadt, eine Freundin besuchen. Da lief er mir in der Fußgängerzone über den Weg." Sie schüttelte den Kopf.
"Und dann hat er Sie erpresst?"
"Ja, natürlich. Ich habe sogar bezahlt. Er war vorsichtig. Ich schaffte es nie herauszufinden, wo er wohnt, obwohl ich ein paarmal versuchte ihm zu folgen. Schließlich waren meine Ersparnisse aufgebraucht."
Sie schluchzte auf und vergrub ihr Gesicht in den Händen.
"Nachdem ich Ihre Informationen hatte, bin ich zu ihm gegangen. Ich dachte, vielleicht könnte ich ihn überzeugen, mich in Ruhe zu lassen. Ich habe sogar mit ihm deswegen geschlafen. Dann verlangte er plötzlich, dass ich für ihn auf den Strich gehe. Ich wusste nicht mehr weiter. Er hätte alles kaputtgemacht."

Sie holte aus ihrer Handtasche ein Etui und hielt es mir mit ihrer zitternden Hand hin. Ich klappte es auf, und im selben Moment wusste ich, dass ich ihr Leben nicht zerstören würde. Die zwei Mädchen sahen süß aus und hatten ganz offensichtlich die Schönheit ihrer Mutter geerbt. Der Mann auf dem Foto sah auch recht sympathisch aus. Nein, ehrlich gesagt, er sah nicht nur sympathisch, sondern auch gut aus. Ich wollte danach auch nicht mehr wissen, was genau in Kellers Wohnung passiert war, bezahlte die Getränke und machte mich auf den Weg zum Bahnsteig. Mein Zug war natürlich schon weg, und während ich auf den nächsten wartete, fing es schon wieder an zu regnen, wie fast jeden Tag in diesem Monat. Dieser April war wirklich besonders lausig.

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Und hier was uns der Autor über sich verraten hat:
Ganz kurz zu meiner Person: Ich arbeite u.a. als freier Texter und lebe die meiste Zeit des Jahres im Ausland. Ein paar andere Stories und Reportagen von mir finden Sie auf meiner Webseite.

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