Das Buch direkt bei Amazon bestellen Oliver Bottini
Mord im Zeichen des Zen

(1. Band)
Scherz gebunden
ISBN 3-502-61117-3

Louise Bonì, Hauptkommissarin bei der Freiburger Kripo aus dem Dezernat Kapitalverbrechen, 42 Jahre alt, geschieden, steht wieder einmal vor einem tristen Wochenende mit den Schatten der Vergangenheit.
Doch dann stört ein Anruf des Dezernatsleiters ihre Erinnerungen, und Louise bekommt den merkwürdigsten Auftrag ihrer Karriere als Polizistin: Sie soll einen japanischen Mönch suchen, der östlich von Freiburg in Sandalen und Kutte durch den verschneiten Breisgau streift, und herausfinden, was er vorhat.
Als sie den Mönch eingeholt hat, wird ihr rasch zweierlei klar: Er ist verletzt, und er ist auf der Flucht.

Dieser Roman erhielt den Deutschen Krimi-Preis 2005 (3. Platz – Kategorie „national“). Außerdem platzierte sich das Cover auf Rang zwei des "Bloody Cover 2005" Awards.

Rezension:
„Ich bin Kriminalhauptkommissarin, Dezernat Kapitalverbrechen, seit 20 Jahren Polizistin. Ich lese am liebsten Clavell, Mankell und Pilcher, ich mag Wagner, Beethoven, Pink Floyd und Wham, und ich komme nicht von Barclay James Harvest los, auch wenn ich mich dafür schäme …“

Mit diesen Worten präsentiert sich die Protagonistin ihrem neuen, gerade erst kennen gelernten, jugendlichen Lover – was sie aber nicht preisgibt, das ist ihre Alkoholsucht (aufgrund der sie dann auch kurzfristig vom Dienst suspendiert wird) und die Gespenster der Vergangenheit, die sie vorzugsweise im Winter, heimsuchen.
Denn es lag Schnee, als ihr Bruder starb. Es war in der kalten Jahreszeit, als sie ihren Mann rauswarf. Und schließlich hat sie an einem Wintertag einen Mann erschossen …
So ist es kein Wunder, dass die Begegnung mit dem spärlich bekleideten Mönch, dessen Sprache sie nicht versteht und der aus unerklärlichen Gründen offensichtlich verfolgt wird, für Louise Boni eine ganz besondere Bedeutung bekommt …
Was als gemütliche Geschichte mit witzigen Dialogen und einer eher komisch anmutenden Ausgangssituation beginnt, wird jedoch bald erst unerträglich spannend und trifft dann den Leser mitten ins Mark, weil etwas schief gegangen ist, entsetzlich schief …
Und dann kann man nicht mehr von ihm lassen, von diesem Roman, dessen Tempo unglaublich anzieht, und seiner Heldin, die so ganz und gar nicht ohne Furcht und Tadel ist, aber den richtigen Riecher hat für eine außerordentlich faule Sache.
Ihr Instinkt, gepaart mit Wut, Schuldgefühlen und einem gewaltigen Dickschädel bringen sie dazu, im Umfeld eines Zen-Klosters zu ermitteln und eine große Schurkerei aufzudecken, wobei sie sich mehr als einmal selbst in Lebensgefahr befindet.
Ein „Happy End“ gibt es nicht – zu viele Leichen pflastern den Weg der Ermittlungen, zu viele Enden bleiben lose – weil das halt so ist, im richtigen Leben: manches kann aufgeklärt, einige Täter können gefasst werden, andere bleiben (zunächst wenigstens) auf freiem Fuß.
Mit Louise Boni hat eine alles andere als perfekte Polizistin die deutsche Krimilandschaft betreten, von der man aber sehr gern noch mehr hören möchte.

Miss Sophie

 

Gastrezension(en):


Name: SilkeS
Email: Buecherwurm2207@aol.com
Datum: 8.1.2007 (15:55)

Ich hatte gestern dann noch sturmfreie Bude und konnte die restlichen Seiten noch runterreien. Die Story die anfangs ziemlich langsam, sehr ruhig besinnlich anfngt, gewinnt zum Ende hin sehr an fahrt. Das Ende, da der Mnch, quasie auf Reisen ging, da er in seinem Kloster eine Entdeckung machte, die seine Lebenseinstellung quer erschtterte ist gute herausgearbeitet und kommt erschreckend realistisch rber. Dei Personen werden zwar lebensnah (an Krebs erkrankt und eine Alkoholikerin) sind aber eher schwach charakterisiert und man wird nicht richtig warm mit ihnen. Der Anfang verspricht mehr, als das Ende hlt, jedoch hat mir das Buch gefallen und ich werde auch noch den zweiten Roman des Autors lesen, da mir der Schreibstil sehr zugesagt hat.