Das Buch direkt bei Amazon bestellen Marcus Rafelsberger
Das Prinzip Terz

Emons TB
ISBN 3-89705-351-9

Hauptkommissar Konrad Terz geht es gut: Der glücklich verheiratete Vater von zwei kleinen Töchtern macht erfolgreich Karriere, und ein von ihm geschriebener Sicherheitsratgeber wurde zum Bestseller.
Da liegt eines Tages eine Leiche in seinem Wohnzimmer. Terz hat den Mann nicht umgebracht. Aber es sieht so aus. Wenn er jetzt seine Kollegen ruft, verliert er alles. Tut er es nicht, bricht er jene Gesetze, die er als Polizist schützen soll.
Terz' Entscheidung löst eine Verkettung schicksalhafter Ereignisse aus, an deren überraschendem Ende nur mehr eines sicher ist: das Prinzip Terz.

Rezension:
Terz ist einer, von dem die (neidische?) Normalbürgerin schon immer geahnt hat, dass eine wie auch immer geartete kriminelle Energie in ihm steckt. Smart und laut und gut angezogen und mit dem Auftreten eines von sich überzeugten Politikers.
Dass sich nach einem Mord Gewissensbisse nicht offiziell in seinem Kopf festsetzen, passt zum Bild. Okay, gelegentlich Schwindelanfälle. Aber eigentlich hat Terz alles im Griff. Die Frau fährt die Kinder zum Hockey und Klavierunterricht, die Wohnung blitzt. Terz hat genug Zeit, sich mit sich selber zu beschäftigen – und tut dies, indem er seinen Job bei der Polizei erfolgreich bewältigt - inklusive Kontakten zu Politik und Gesellschaft. Terz scheint zu Höherem berufen.
Das Cover verspricht einen Jekyll-and-Hyde-Krimi. Die helle und die dunkle Seite des eigentlich-doch-ach-so-normalen-Menschen. Leicht sind die Guten und die Bösen allerdings zu erkennen. Holzschnittartig kommen sie vor, die, die wir in Krimis lieben: Die junge hübsche Kriminalassistentin, der tumbe und der gut aussende Kollege, der schwitzende Erpresser.
Wir können uns beruhigt zurücklehnen und beobachten, wie sich die kriminelle Energie in der Stadt bzw. in den in ihr agierenden Menschen ausbreitet.
Der einerseits gute Terz, der andererseits recht unsympathisch wirkt. Immerhin bringt er Menschen um.
Und das als Hauptkommissar. Er bleibt selbstbewusst. Und erfolgreich.
Bis zum Showdown.
Ein leichter Krimi mit Toten, Schusswechsel und krimineller Energie. Die Guten werden siegen.
Aber sind es wirklich die Guten? Ein happy end, das auch als unhappy end gesehen werden kann. Denn wer mag sich wirklich darüber freuen, dass ein Mörder gewinnt?

Iris Groschek