Das Buch direkt bei Amazon bestellen Cornelia Funke
Emma und der blaue Dschinn

Illustrationen von Kerstin Meyer
Dressler gebunden
ISBN 3-7915-0462-2
(Kinder ab 8)

Eines Nachts findet Emmas Hund Tristan am Strand eine Flasche, und als Emma den Korken herauszieht, steigt eine Rauchsäule empor: Karim, der Blaue Dschinn.
Aber Emma hat einen traurigen Geist befreit, der keine Wünsche mehr erfüllen kann, seit ihm der heimtückischste aller Gelben Dschinns seinen Nasenring gestohlen hat.
Also reisen Emma und Tristan mit dem Flaschengeist ins Morgenland - auf einem fliegenden Teppich! Und das ist erst der Anfang einer Reihe aufregender Abenteuer ...

Rezension:
Ganz schön schwer hat es die kleine Emma, mit ihren vier Brüdern, die sie tagsüber ärgern, sich aber in der Dunkelheit vor Angst in die Hosen machen. Kein Wunder also, dass sie jede Gelegenheit ergreift, sich mit Tristan ihrem Hund, nachts am Strand beim Blick aufs Meer von den Strapazen des Tages zu erholen.
Wie sehr ihr aber der Mut und die Schlagfertigkeit, die sie im Umgang mit ihren Geschwistern erworben hat, zugute kommen, merkt das Mädchen im blaugestreiften Bademantel erst, als sie mit dem saft- und kraftlosen Flaschengeist Karim aufbricht, um seinen Nasenring zurückzuerobern.
Wie sie das tut – unterstützt vom Kalifen Maimun, der noch ein Junge ist – und was alles passiert, bevor es zum atemberaubenden Showdown und dem Kampf der Giganten kommt, das ist witzig und spannend und aufregend und märchenhaft zugleich.
Und bereichernd für alle großen und kleinen Leser – vor allem aber diejenigen, die Funke fälschlicherweise nur als (geistige) Mutter der „Wilden Hühner“ oder Erschafferin der „Tintenwelt“ kennen und gar nicht wissen, wie gekonnt die Erfolgsautorin auch schon die Leseanfänger in die wundervolle Welt der Fantasie entführen kann.
Da stört sich der Fan auch nicht an langen Sätzen oder komplizierten Worten, da fliegen die Augen über die Seiten, gebremst höchstens von den absolut zauberhaften Illustrationen von Kerstin Meyer, die stimmungsvoll die Inhalte des Buches aufgreifen. So folgen auf die nachtblauen Eröffnungsszenen am Wasser, pastellige Impressionen des abenteuerlichen Fluges bevor das Palastleben in kräftigen Farben aufleuchtet.
Und wenn die Protagonistin am Ende ein wundervolles Geschenk erhält, dann freut sich auch der Leser, hat er doch Hoffnung, diese Geschichte möge eine ebenso verwegene und unterhaltsame und poetische Fortsetzung finden …

Miss Sophie