Das Buch direkt bei Amazon bestellen Andrea Schacht
Das brennende Gewand

(5. Band)
Blanvalet Taschenbuch
ISBN 978-3-442-37029-0

Die Begine Almut Bossart und ihr guter Freund, Pater Ivo, warten sehnlich auf den Dispens des Erzbischofs; damit wäre der Weg frei für ihre gemeinsame Zukunft!
Doch statt des Dispenses kommt die Absage – und dann wird Ivo auch noch des Mordes verdächtigt.
Almut ist rasend vor Trauer und Wut.
Und auf der Suche nach dem wahren Täter bekommt sie es mit einer Widersacherin zu tun, die an Bosheit kaum zu übertreffen ist …

Rezension:
Was mussten diese beiden nicht alles schon erdulden im Lauf der Zeit:
Mal die eine, mal der andere wurden gegeißelt, geschändet, geschlagen, eingesperrt, der übelsten Dinge beschuldigt und einmal musste die tapfere Begine sogar mit nichts als ihrem langen Haupthaar bedeckt, durch eine vollbesetzte Kirche gehen ...

Doch das alles ist nichts im Vergleich zu dem, was nun passiert, und zwar genau in dem Moment, als die beiden endlich ihr Lebensglück zu finden scheinen und nur noch die offizielle Erlaubnis benötigen, um in den Stand der Ehe zu treten.

Schlimm genug, dass der Dispens verweigert wird - doch als Lena, die Pastetenbäckerin, Ivo des Mordes an ihrem Bruder bezichtigt (was, wie der Fan der Serie genau weiß, natürlich nicht der Fall war) und als zusätzlich finstere Figuren aus der Vergangenheit des streitbaren Paters auftauchen, weiß dieser sich keinen anderen Rat mehr, als sich auf drastische Weise nachhaltig von der Welt zurückzuziehen.

Eine Katastrophe für die ihn liebende Almut - doch zum Glück weiß sich die patente Baumeisterstochter selbst in einer solchen Ausnahmesituation zu helfen und das, obwohl auch ihr auf ganz böse Art und Weise mitgespielt wird, indem jemand versucht, sie in den Wahnsinn zu treiben.

Ein wahrlich fulminantes Finale einer absolut überzeugenden, spannenden, dabei historisch sehr exakten Serie mit Figuren, die noch lange nicht auserzählt scheinen. Das Schöne am vorliegenden Roman: Viele, viele der vertrauten Charaktere aus den ersten vier Bänden geben sich ein Stelldichein, um Almut und Ivo in der verzweifeltsten Phase ihres Lebens beizustehen:
Allen voran natürlich Clara, die Mit-Begine, die ihren scharfen Verstand einsetzt, um ein geheimes Dokument zu entschlüsseln.
Dann Meister Krudener, der Apotheker, mit seiner Gehilfin Trine, die sich trotz ihres Gebrechens zu einer hervorragenden Alchimistin entwickelt hat, was in einem sehr kritischen Moment ebenfalls von großem Nutzen ist.
Pitter, der Päckelchensträger nebst seinen Freunden, den beherzten Novizen Bertram und Lodewig, sowie dem tapferen Knappen Fredegar, die sich allesamt mehrfach für Almut und Ivo in Gefahr begeben.
Und schließlich natürlich Aziza, Almuts Schwester und Leon, Ivos Sohn ...

Wie beklagenswert wäre es, fürwahr, müsste man den Lesern den endgültigen Abschied von den mal charmanten, schlitzohrigen, humorvollen, dann aber wieder düsteren, immer aber packenden Abenteuern der Kölner Familien Bossart und vom Spiegel im ausgehenden 14. Jahrhundert verkünden.

Dem ist aber zum Glück nicht so, denn wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, wird es eine Fortsetzung geben ... angesiedelt etliche Jahre später, mit anderen Protagonisten in den Hauptrollen, aber wie zu hoffen ist, auch der einen oder anderen Begegnung mit den liebgewordenen Figuren der "Almut-Reihe".

Und wem die Wartezeit zu lang ist, der liest einfach noch mal Band eins bis fünf - genussvoll, im Wissen um das "gute Ende" ...

Miss Sophie