Das Buch direkt bei Amazon bestellen Lucie Klassen Lucie Flebbe
Das fünfte Foto

(5. Band)
Grafit TB
ISBN 978-3-89425-417-9

Sabine Kopelski ist weg. Ihre Nachbarinnen wollen sich später nicht vorwerfen lassen, sie hätten nichts unternommen, und engagieren Detektiv Ben Danner und seine junge Partnerin Lila Ziegler, um herauszufinden, was mit Bine passiert ist.
Ein Verdacht steht gleich im Raum: Alwin Kopelski hat seine Frau im Streit um Geld getötet und unter seinem neu angelegten Schrebergartenteich verscharrt.

Also pachten die beiden Detektive eine Parzelle in der Schrebergartenanlage ›Zum friedlichen Nachbarn‹. Dass der Name der Realität Hohn spottet, liegt bald auf der Hand. Und dass nicht nur Alwin Kopelski als möglicher Mörder Bines infrage kommt, auch. Doch solange ihre Leiche nicht gefunden ist, bleibt alles Spekulation.

Lila und Ben sind so damit beschäftigt, einen Weg zu finden, wie man Kopelskis Teich auf den Grund gehen kann, dass ihnen entgeht, in das Visier eines Stalkers geraten zu sein.
Erst als auf Danner geschossen wird, realisieren sie, dass sie vor mehr Problemen stehen als nur vor der Frage: Wo ist Sabine Kopelski?

Rezension:
Mitte April … erste Sonnenstrahlen … und in der idyllischen Vorstadt zwitschern die Vögel.
Lange hat Lila, die 20jährige mit der Arbeits- und Lebenserfahrung einer mindestens doppelt so alten Person, so etwas nicht gehört.
Seit sechs Monaten ist sie nun in der Bochumer Detektei (obwohl es dem Fan, der alle Fälle mitverfolgt hat, viel länger vorkommen mag, dass sie undercover als Schulmädchen, Straßenkind, Putzfrau und Altenhelferin unterwegs war) und endlich als so „vollwertige“ Kraft anerkannt, dass Kommissar Staschek ihr Kunden zuschanzt.

Diesmal vermittelt er sie an einen Kollegen, dessen Nachbarin abhanden gekommen ist, der aber keine offizielle Suche einleiten kann, da der Gatte die Frau nicht als vermisst gemeldet hat.

Die verdeckten Ermittlungen führen Lila und ihren Freund/Chef Danner diesmal zu den harten Jungs in die Kleingartenanlage. Ganzkörpertätowiert, vorbestraft, immer auf der Suche nach der nächsten Hopfenkaltschale und mit klaren Vorstellungen über die Aufgabenverteilung von Weiblein und Männlein. Die letzteren graben und ackern, erstere pflanzen schon mal Blümchen, sorgen für Getränkenachschub und sehen ansonsten zu, möglichst dekorativ Weinschorle zu trinken.

Doch nicht nur unter den Hobbygärtnern gilt es, sich umzusehen, hatte die Verschwundene doch auch einen Job als Zeitungsausträgerin. Also heißt es wieder einmal: Wecker auf halb vier stellen und bei harter Arbeit Augen und Ohren weit aufsperren.

Die einzige, die wirklich Spaß daran hätte, dass die beiden Privatschnüffler sich so plagen müssen, ist Danners rachesüchtige Ex, ihres Zeichens stellvertretende Polizeichefin, die den beiden das Leben so schwer als möglich zu machen trachtet.

Die Menschen aus der Siedlung sind ein bunt gemischer Haufen und mehr als eine Person könnten guten Grund dafür haben, die unliebsame Nachbarin aus dem Weg zu räumen. Es gibt uralte Animositäten, die noch aus Jugendzeiten stammen, Rivalität unter Frauen, und zwischendrin jemandem, der sich als Beschützer versteht – nur leider ohne von irgendwem darum gebeten zu sein.
Mitten drin ist die kleine Lila, die sich tapfer darum bemüht, Anerkennung für ihre Arbeit zu erhalten. Zäh ist sie und endgültig auf dem Weg, Schluß mit ihrer Opferrolle zu machen, in die sie zeitlebens von ihrem gut situierten Schlägervater gedrängt wurde.

Neugierige Nachbarn, Ex-Knackis, Polizisten, Alkoholiker und Weltverbesserer … - wieder einmal ist es ein schillerndes Spektrum an Figuren, das Flebbe aufbietet, und jede davon reizvoll und faszinierend.

Die Handlung ist schräg, die Wendungen unerwartet – was vor allem den versierten Krimifreund freut, der hier in alle Richtungen mitknobeln und -vermuten kann.
Auch der obligatorische Showdown bleibt nicht aus – eine Runde Action satt gehört einfach zu dieser Heldin wie ihr lila Pulli.

Gleichbleibend in der Qualität zieht Flebbe die Leser auch in diesem Band direkt in die Geschichte hinein und hält sie dort fest.
Wer die Reihe nicht kennt, wird die Ich-Erzählerin schnell ins Herz schließen, wo sie bei den Fans schon längst angekommen und fest verankert ist.

Längst kein Geheimtipp mehr, sondern ein Garant für beste Krimikost mit Herz und Schnauze!

Miss Sophie