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Aus dem Russischen von Andreas Tretner
Moskau 1876:
Rezension:
Kathrin Hanik
Gastrezension(en): Name: Irina Korshevnyuk
Es ist richtig schmerzhaft einsehen zu müssen, wie man ein Buch durch unsachgemäße Rezension verstümmeln kann... Ich kenne das Original, und ich vermute, dass ihm durch die Übersetzung so viel abhanden gekommen ist, dass fast schon eine Blasphemie ist.
Das Buch ist wunderschön, und besticht vor allem durch die einzigartige Schreibweise, die dem Stil der Zeit, in der das Geschehen spielt, nahe kommt. Fandorin an sich ist ein ganz besonderer Charakter, der sich deutlich von den üblichen "Superhelden" (wie sich die rezensorin ausgedrückt hat) abhebt. Und es geht überhaupt nicht darum, dass "selbst James Bond was bei ihm lernen könnte", er ist, jedenfalls im ersten Band, wo er 20 Jahre alt ist, eine eitle Memme (ein Mann, der ein Korsett trägt?), deren Charakter sich im Laufe des Buches stark wandelt. Außerdem ist er, wie schon erwähnt, recht clever, liebt den analytischen part seines Jobs leidenschaftlich und, was viel wichtiger ist, hat ein gutes Herz und ist sehr, sehr aufrichtig.
Diejenigen, die sich fragen, ob es überhuapt noch besser werden kann: es gibt eine ganze Reihe von Fandorin- Büchern, Azazel (so der Originaltitel des ersten Bandes) ist nur der Schlüssel zu der wunderbaren Welt von Akunin.
Ach ja, und eine letzte Bemerkung vorab: ich habe das deutsche Cover gesehen, und mich hat fast der Schlag getroffen. Ich frage mich, ob die Leute, die fürs Layout verantwortlich sind, überhaupt den Inhalt des Buches eines Blickes gewürdigt haben - oder sich überhaupt vorstellen können, wie sich junge Männer damals in Rußland gekleidet haben.
Fandorin hatte damals noch keinen Bart! und seine Augen sind *blau*!
Nun ja.
Denjenigen, die Russisch können, möchte ich die Originalfassung wärmstens ans Herz legen...
Ich weiß selbst ehrlich gesagt nicht, ob ich mir die deutsche (sprachlich verstümmelte)Version zu Gemüte führen sollte... Name: Jukru
Was die Übersetzungsqualität angeht, so kann man diese wohl nur wirklich beurteilen, wenn man den Ausgangstext UND den Zieltext kennt, in diesem Fall eben die deutsche Übersetzung. Schade, dass sich die Rezensentin hier nur auf Vermutungen stützt. Ich persönlich bin absolut begeistert von den Fandorin-Romanen und empfinde, obwohl ich wiederum den russischen Originaltext nicht kenne, die Sprache als wunderschön und der Zeit, in der die Geschichte spielt, angemessen. Darin hebt sich auch die deutsche Version durchaus von anderen Krimis ab. | |