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(1. Band)
Anna Bardis, Tavernenbesitzerin in Agios Georgios, macht eine schreckliche Entdeckung: Vor ihrer Taverne findet sie ein totes Mädchen, ihr mutmaßlicher Mörder liegt daneben und schläft seinen Rausch aus.
Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet sich auf dieser Webseite.
Rezension:
… schreibt der Ich-Erzähler und Autor, der nach eigenem Bekunden seit Anfang 2000 auf Korfu lebt und seine Krimi-Reihe gemeinsam mit dem zweiten Protagonisten, einem ehemaligen Drogenfahnder aus Stuttgart entwickelt haben will.
Das Versprechen, das der Argentinier Roberto Bardéz auf der vorletzten der 200 Romanseiten erwähnt, bezieht sich auf die Ereignisse rund um den Mord an der jungen und schönen Catherine. Diese ist nämlich nur dem ersten Augenschein nach eine x-beliebige amerikanische Touristin, die in der Nähe des 500-Seelen-Dorfes Afionas ein allzu frühes Ende gefunden hat – und das zu allem Überfluss durch die Hand eines albanischen Gelegenheitsarbeiters.
Der wiederum ist jedoch ein Bekannter des Stuttgarter Ex-Hauptkommissars Harko, der sich mit Frau und Zwillingstöchtern in eben diesem malerischen Örtchen zur frühzeitigen Ruhe gesetzt hat. Und weil einmal Bulle immer Bulle, verbeißt sich der Achtundvierzigjährige ohne Nachname sofort in den Fall, der nicht seiner ist, als ihm die ersten Ungereimtheiten auffallen.
Erleichtert wird diese freiwillige freiberufliche Tätigkeit dadurch, dass der zu Geld gekommene ehemalige V-Mann-Führer Harko nach wie vor über Polizei-Kontakte in alle Welt verfügt.
In einer turbulenten Handlung, bei der ab und an nicht nur die Fäuste, sondern auch die Kugeln fliegen, wird der Leser sodann mit der Lebens- und Denkart der Korfioten vertraut gemacht, ihren Werten und ihrem Verhalten. Wir lernen was passiert, wenn jeder mit jedem verwandt ist, wie die Dorfgemeinschaft mit dem Tod umgeht und welche eher unkonventionellen Lösungen in scheinbar ausweglosen Situationen gefunden werden können, wenn alle zusammenhalten.
Wer also auf der Suche nach einem spannenden Roman an Realschauplätzen ist (das viel zitierte „Three Brothers“, Stammkneipe der Afioniten und Hauptumschlagplatz für die neuesten Nachrichten, gibt es wirklich), der sollte zu diesem vielschichtigen, kurzweiligen Buch greifen und sich weder vom Cover noch von der zu kleinen Schrift schrecken lassen und gelassen über einige der wirklich überflüssigen Fußnoten hinwegsehen (einem Krimileser einen „Suizidversuch“ zu erklären heißt wirklich Eulen nach Athen tragen).
Miss Sophie
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