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(1. Band)
Dr. Martin Gänsewein trägt Dufflecoat, fährt Ente, sammelt Stadtpläne und geht als Rechtsmediziner dem täglichen Geschäft mit dem Tod äußerst gewissenhaft nach.
Rezension:
Ein stets korrekt gekleideter, bedächtiger, Tee trinkender Intellektueller und Sascha (genannt "Pascha"), das Unterschichts-Gespenst - kann das gut gehen?!
Sein Tod verleiht Pascha eine ganz andere Sicht auf die Dinge und sein bisheriges Dasein, inklusive sämtlicher Bekanntschaften, Hobbies und Gewohnheiten.
Dabei will der verblichene Autoknacker doch nur eins: Dass sich die Kölner Szene nicht an ihn erinnert als an "den Bodenturner, der besoffen von der Brücke gekippt ist."
Also machen sie sich auf die Suche nach den Tätern, diese beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der biedere Martin, der sich von Pascha in die finstersten Spelunken jagen lässt, um Ermittlungen zu führen, mit denen er sich ein ums andere Mal in die Bredouille begibt.
Und Pascha, der sich - mangels anderer Unterhaltung - durch drölfzig TV-Programme glotzt, bevor er sich zur Nachtruhe ins Kühlfach begibt. Allerdings ist er gar nicht so cool, wie er sich geben möchte.
Martin wiederum wächst immer mehr über sich selbst hinaus, ist unendlich mutig (zuweilen allerdings aus purer Dummheit oder in kompletter Unkenntnis der Gefahren, in die er sich begibt bei seinen Streifzügen durch die Kölner Unterwelt), gibt nicht auf, selbst als er mehr als einmal nicht nur kräftig geängstigt, sondern auch derbe verprügelt wird. Ganz abgesehen davon, dass sein eigenartiges Verhalten Kollegen und Freunde zur Annahme bringen, er sei übergeschnappt.
Doch dann gelingt ihm mit Saschas/Paschas Hilfe ein Coup, der seinesgleichen sucht - allein schon wegen dieser Szene würde eine Verfilmung des Buches mit Sicherheit sämtliche Kassenrekorde brechen, zu gelungen ist es, wenn der bodenständige Biedermann aufgrund seines Second-Hand-Insiderwissens elegant eine Straftat rückgängig macht!
Das hochdramatische Ende - nach einer nicht minder dramatischen, aber zwerchfellerschütternden Phase des Zwists unter den ungleichen Partnern - kommt irgendwie ziemlich abrupt.
Aber vielleicht hat Jutta Profijt ja ein Herz für ihre Leser (wobei sich hier die Geschlechter garantiert die Waage halten, da der Roman sowohl ein Fest für Thriller- und Action-verwöhnte Männer als auch für weibliche Freunde intelligenter und überraschender Unterhaltung darstellt) und wir werden noch mehr hören von Sascha, Martin, dem schmierigen Pedro, dem dicken Olli, Miriam mit ihrem künstlerisch veranlagten Bruder, Katrin mit den Hupen, Birgit mit den Urlaubsfotos und natürlich Yvonne mit ihren empirischen Studien ...
Miss Sophie
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