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SERIENFIGUREN Eigentlich gibt es sie nicht wirklich. Und doch kennen wir diese Frauen und Männer oft besser als den Mieter aus dem ersten Stock, die Kollegin vom Büro nebenan. Sie sind unsere Helden und Heldinnen, mit ihnen haben wir gelacht und geweint, gebangt und gelitten, Triumphe gefeiert oder eine schale Niederlage tapfer weggesteckt. Wenn sie dem Feind in die verbrecherischen Hände fallen, halten wir den Atem an – um, wird dem Schurken dann doch noch ein Schnippchen geschlagen, in ein befreites “Jippiiieeh” auszubrechen (was zu recht pikierten Blicken oder peinlichen Fragen führen kann, hat man nämlich vergessen, daß man nicht zu Hause sondern im Wartezimmer des Zahnarztes sitzt). Manche von diesen Gefährten unserer Mußestunden sagen und tun stets das Richtige, sehen gut aus und haben eine Menge Freunde. Andere jedoch (und wenn wir ganz ehrlich sind, dann haben wir genau diese am allerliebsten) haben, wie wir, Krach mit dem Partner und/oder ihrer Mutter, sind genau an den falschen Stellen zu gut gepolstert, bekommen am Tag vor dem Date mit einem wichtigen Kunden einen dicken Eiter-Pickel am Kinn, müssen mitten in einer Besprechung aufs Klo oder es fällt ihnen die schlagfertigste Bemerkung des Jahrtausends genau drei Minuten nach Beendigung des Gesprächs ein. In dieser Rubrik sollen sie alle ein Heim finden, die armen Kreaturen, jahrzehntelang zwischen Buchdeckel eingesperrt. Alte, junge, dicke, dünne, ob aus dem vorigen Jahrhundert oder dem nächsten Jahrtausend. Derzeit überwiegen noch die Frauen – aber, wer weiß, vielleicht ist ja eine neue “beste Freundin” für Sie dabei ...
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