Das Buch direkt bei Amazon bestellen Maj Sjöwall Per Wahlöö
Endstation für neun

(4. Band)
Original: Den skrattande polisen
rororo TB
ISBN 3-499-42214-X

Endstation der Buslinie 47. Aber der Bus kommt nicht an. Er ist einige hundert Meter vorher gegen einen Zaun geprallt. Der Fahrer liegt erschossen über dem Lenkrad. Auch für die Fahrgäste kommt jede Hilfe zu spät. Ein Unbekannter hat sämtliche Insassen mit einer Maschinenpistole erschossen; es waren neun.

Der Bus ist kurz vor der Endstation gegen einen Zaun geprallt, aber der Fahrer hat es nicht mehr gemerkt. Die acht Fahrgäste auch nicht. Ein Feuerstoß aus einer Maschinenpistole hat alle Insassen getötet. Von dem Täter fehlt jede Spur.
Kommissar Beck von der Stockholmer Mordkommission und sein Team haben keinerlei Anhaltspunkte. Die Toten werden - zum Teil mit Schwierigkeiten - identifiziert. Einer allerdings braucht nicht identifiziert zu werden: Es ist der junge Kriminalbeamte Ake Stenström.
Liegt hier ein Hinweis auf das Motiv des unbekannten Täters? War Stenström auf seiner Spur, wollte sich der Mann des Verfolgers entledigen und wurde so zum Massenmörder? Andererseits: Wer keinen Massenmord plant, zumindest nicht als Möglichkeit einkalkuliert, pflegt nicht mit einer geladenen MP herumzulaufen... Nein, ein "Betriebsunfall" kann es nicht gewesen sein.
Spekulationen, Theorien, Hypothesen - und keine Spuren, keine Indizien, geschweige denn klare Hinweise. Aber dann bekommt Martin Beck von einer unbeteiligten Person einen Denkanstoß: Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß Stenström - vielleicht ein Zufall - der Lösung eines alten, längst zu den Akten gelegten Falles nahegekommen war.
Die Frage ist nur: um welchen Fall handelt es sich?

Rezension:
Maj Sjöwall / Per Wahlöö In diesem Roman lebt das Autorenpärchen nun erstmals wirklich seine politischen Überzeugungen aus. Sie beginnen gleich auf der ersten Seite mit der Beschreibung einer Demonstrationsauflösung durch die Stockholmer Polizei, die kein einziges gutes Haar an der schwedischen Institution und deren vorgesetzten Behörden läßt. Den sarkastischen Stil dieser den hauptsächlichen Fall überhaupt nicht berührenden Einflechtungen kann man am besten aus ihrer eigenen Feder entnehmen:
"Es war zwar noch über einen Monat hin bis Weihnachten, aber die massive Weihnachtswerbung hatte begonnen, und eine hysterische Kaufwut breitete sich wie die schwarze Pest durch die girlandengeschmückten Einkaufsstraßen aus. Jeder wurde von der Epidemie ergriffen, und es gab keinen Platz, wohin man sich zurückziehen konnte. Sie drang in die Häuser und Wohnungen und erfaßte alles und alle. Die Kinder weinten vor Erschöpfung, und die Familienväter waren bereits bis weit ins neue Jahr hinein verschuldet. Die gesetzlich zugelassene Bauernfängerei hatte ihren Höhepunkt beinahe erreicht. Die Krankenhäuser verzeichneten ein Ansteigen von Herzinfarkten, Nervenzusammenbrüchen und Magengeschwüren."
Folgerichtig ist diesmal der Täter ein egozentrisches Mitglied des gehobeneren Mittelstandes, mit dem weder die Figuren des Romanes noch der Leser irgendein wie auch immer geartetes Mitgefühl entwickeln.
Dies ist der erste der zehn Bände, bei dem man als Leser das Gefühl hat, miträtseln zu dürfen. Waren die vorangegangenen Fälle eher Hergangsbeschreibungen der Ermittlungen, so fühlt man sich nun in einen der alten schwarzweißen "Der Kommissar"-Filme versetzt.
Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die erste einer Reihe von oft zu hämischem Grinsen verleitenden Begegnungen mit den Streifenpolizisten Kristiansson und Kvant, einem fast siamesischen Zwillingspärchen, das sämtliche Vorurteile, die einem bei dem Wort "Polizei" durch den Kopf gehen, lebt. Hier ist ihr Auftreten faktisch dafür verantwortlich, daß der Täter nicht schon fünf Minuten nach der Tat verhaftet wird und der Leser ein paar herrliche Momente hämischen Humors erleben darf!

Erika Drake

 

Gastrezension(en):


Name: Lena Niederstuke
Email: bomberpilotin9@icqmail.com
Datum: 9.1.2001 (14:28)

Zu diesem Buch kann ich ehrlich gesagt nicht viel gutes zu sagen. Wir haben es gerade in der Schule (10. Klasse Gymnasium) geleden, und fanden es fast einstimmig nicht gelungen, da durch die ganzen Personen die im Buch vorkommen man den Bezug zur eigentlichen Geschichte verliert. es werden viel zu viele Theorien verfolgt, die dann auf einmal im sand verlaufen. Zum Ende kann ich nur sagen, dass es mir sehr komisch vorkommt, auf einmal hat man eine Spur, und alle finden gleichzeitig wie durch einen riesen zufall den Tter. Fr mich sehr dahin gepfuscht. Ich persnlich kann es keinem weiterempfehlen!