Das Buch direkt bei Amazon bestellen Rebecca Gablé
Der König der Purpurnen Stadt

Ehrenwirth gebunden
ISBN 3-431-03439-X

London 1330:
Der achtzehnjährige Jonah hat kein leichtes Leben als Lehrjunge im Haushalt seines trunksüchtigen Cousins, des Tuchhändlers Rupert Hillock.
Einzig seine Großmutter Cecilia schenkt ihrem verwaisten Enkel ein wenig von der Zuneigung, die der verschlossene Junge braucht. Doch eine Begegnung mit dem jungen König Edward und Königin Philippa lenkt Jonahs Schicksal in neue Bahnen.
Als jüngstes Mitglied ihrer Geschichte findet er Aufnahme in der elitären Londoner Tuchhändlergilde, und gemeinsam mit Königin Philippa revolutioniert er die englische Tuchproduktion.
Aber je größer sein Erfolg, desto heimtückischer werden die Intrigen seiner Neider und Widersacher, allen voran sein Cousin Rupert, und Jonahs Schwäche für Frauen - vor allem für die Königin - macht ihn verwundbar.
Als der Hundertjährige Krieg ausbricht, gelangt Jonah als Bankier der Krone dennoch zu Reichtum und politischem Einfluss. Doch der alte Adel betrachtet die neue Macht der Kaufleute mit Missgunst, und der ungestüme König Edward führt die Seinen nicht nur in finanzielle Wagnisse ...

Rezension:
Was braucht ein Autor, um einen Roman zu schreiben, der letztendlich nahezu 1000 Seiten füllen soll?

Man nehme:
1. den Helden (hier Jonah Durham) - intelligent, gutaussehend, gerissen, sympathisch, menschlich, ehrgeizig (in Maßen), fleißig, vom Glück verwöhnt
2. eine passende Ehefrau (Giselle) - schön, intelligent, ihrem Gatten treu ergeben, vorbildliche Mutter seiner Kinder, Partnerin sowohl in der Liebe, als auch im Geschäft, manchmal etwas unorthodox und der Gesellschaft nicht angepasst, aber stets liebenswert
3. die Widersacher, am besten gleich zwei davon. Der Erste (Rupert Hillock) ist hasserfüllt, neidisch, brutal, einfältig und nahezu dumm ,der gefährliche Erzrivale (William de la Pole) ist gerissen, genial, einflussreich, intrigant, skrupellos und zudem noch der Schwiegervater des Helden
4. Eine Hand voll guter Freunde und Angestellter (Crispin, Meurig, usw.)
5. die Kurtisane (Annot) - durch widrige Umstände unverschuldet in Not geraten, durch Gerissenheit, Intelligenz und Glück zu einer einflussreichen Frau aufgestiegen

Dazu mixe man ein paar fiktive und ein paar historische Persönlichkeiten:
* König Eduard - jungenhaft, ruhmreich, intelligent, einflussreich * Königin Philippa - intelligent, schön, liebenswert, einflussreich, gnädig
* diverse Ritter - flegelhaft, manche sympathisch, manche intrigant oder korrupt
* einen liebenswerten Schurken

Wenn man nun das nötige Geschick, den richtigen Stil und die historischen Grundkenntnisse des 14. Jahrhunderst besitzt, kommt hierbei ein gleichermaßen interessanter wie amüsanter Roman heraus, der wieder einmal die Note absolut empfehlenswert erhalten muss.
Jonah Durham steigt steil hinauf, fällt mehr als einmal tief hinab, kommt aber immer wieder auf die Füße und erhält am Ende gar das höchste Amt der Stadt - das Amt des Lord Mayors (Bürgermeisters) auf dem Silbertablett serviert.
Auch wenn unser Held auch dieses Mal stellenweise wieder ein wenig zu gut, zu erfolgreich, zu glückhaft und zu glorifiziert wirkt und sein Erzfeind nur finster, intrigant und bösartig auftritt, so verzeiht der Leser dies gerne ob der farbenprächtigen Schilderungen des Lebens am Hofe, in den Kaufmannshäusern, in den Elendvierteln und den Hurenhäusern.
Die Autorin lässt auch im vorliegenden Roman keine Schicht aus und führt uns mitten in das lebende London um König Eduard. Geschickt schafft Frau Gablé die Verbindung zu ihrem Roman "Das Lächeln der Fortuna" (welcher in der Zeitgeschichte eigentlich diesem Buch hier folgen und nicht vorangehen müsste). So entwickelt sich z.B. Gervais of Waringham (der Vater des Robert of Waringham - des Helden im "Lächeln der Fortuna") zu einem treuen Freund des Jonah Durham.
Auch in der historischen Beschreibung zeigt die Autorin wieder einmal, dass sie eine Freundin der gründlichen Recherche ist. So erhält der Leser sowohl einen Einblick in die Politik der Zeit, als auch in den Handel mit seinen Monopolen, Intrigen, Betrügereien und den Einfluss auf die Krone. Er erfährt sehr viel über die Strukturen im alten London mit seinen Stadthierarchien, die Gilden, die Ämter, etc. und den Einfluss der "Pfeffersäcke" auf die Politik und Wirtschaft.

Alles in allem bietet die Autorin hier ihren zahlreichen Fans wieder einen kurzweiligen und unterhaltsamen Roman, der den Anspruch historisch zu sein vollkommen zu Recht erheben darf.
Auch wenn sich die Lebenswege der Hauptakteure in den Titeln von Rebecca Gable zu ähneln scheinen, unterscheiden sie sich doch so weit voneinander, dass der Leser das Buch oftmals gar nicht mehr aus der Hand legen mag.

Leia

 

Gastrezension(en):


Name: Angela
Email: angela.schammer@web.de
Datum: 15.9.2007 (21:31)

Ich bin der grte Fan von R.Gable Ich habe jedes Buch gelesen, und bin jedesmal aufs Neue begeistert!!