Das Buch direkt bei Amazon bestellen Tess Gerritsen Andreas Jäger
Die Chirurgin

Original: The Surgeon
(Band 1)
Deutsch von Andreas Jäger
Limes gebunden
ISBN 3-8090-2458-9

In der stickigen Hitze des Bostoner Sommers schlägt ein perfider Killer zu, der wegen seiner brutalen, aber präzisen Vorgehensweise von der Presse „der Chirurg“ getauft wird.
Die einzige Spur führt Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli in das Bostoner Pilgrims-Hospital, zu der Chirurgin Dr. Catherine Cordell. Catherine will nichts mit den Ermittlungen zu tun haben, obwohl sie zwei Jahre zuvor das Opfer eines Angriffs war, bei dem der Täter auf exakt die gleiche Weise vorging. Doch dieser Mann ist tot – von ihr in Notwehr erschossen – und ein Zusammenhang unmöglich.
Aber wer immer hinter diesen Morden steckt, er treibt ein gerissenes Spiel. Bald mehren sich die Zeichen, wer als nächstes Opfer auf der Liste des „Chirurgen“ steht. Detective Moore versucht fieberhaft, Catherine zu beschützen, und kommt beinahe zu spät. Denn nur einer kennt den Täter: die Chirurgin – wenn sie ihm Auge in Auge gegenübersteht ...

Rezension:
Ein Mensch, der Frauen verstümmelt, ihnen den Uterus bei lebendigem Leibe herausoperiert – das allein schon jagt dem Leser eine Gänsehaut über den Rücken. Umso größer das Grauen, erfährt man, dass der Täter mit diesem Modus Operandi bereits seit zwei Jahren tot ist …
Die Polizistin Jane Rizzoli ist keine wirklich nette Frau – eher erinnert die jüngere Schwester zweier älterer Brüder, die schon im zarten Alter von zwölf Bulle werden wollte, an einen Terrier. Auch äußerlich ist die oft gehässige Kratzbürste mit den schwarzen widerspenstigen Locken und den dunklen Augen kein typisches „Weibchen“. Die strengen Kostüme, die sie trägt, sind eher unkleidsam und ihre scharf geschnittenen Züge werden nie von Make-Up bedeckt.
Seitdem sie sechs Monate zuvor von der Abteilung Rauschgift und Sitte zum Morddezernat wechselte, hat sie dort als einzige Frau unter lauter männlichen Kollegen gewaltig zu kämpfen.
Aber nicht nur diese stehen der Dreiunddreißigjährigen im Weg – am meisten ist es wohl sie selbst, die es sich aufgrund des permanenten Drangs immer die Beste sein und den anderen etwas beweisen zu wollen, unnötig schwer macht.
Detective Thomas Moore, der große, dunkelhaarige Mittvierziger mit dem auffallend hübschen Gesicht, stets korrekt und höflich, der noch immer mit den Erinnerungen an das tragische Ende seiner Ehe zu kämpfen hat, ist ihr da keine wirklich große Hilfe – im Gegenteil.
Die beiden sind kein ideales, gemischtes Starsky/Hutch oder Cagney/Lacey-Doppel wie aus dem Vorabendprogramm, sondern zutiefst menschliche Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten. Sie tun das Falsche im falschen Moment und legen sich gegenseitig Steine in den Weg statt Loyalität zu zeigen.
Und während sich der Fortgang einer ebenso atemberaubenden wie grauenvollen Geschichte alterniert mit den kursiv gesetzten Gedankengängen des Ich-erzählenden Täters nimmt der Leser teil an einer packenden Achterbahnfahrt der Emotionen.
Eifersucht ist ein großes Thema, Minderwertigkeitsgefühle und auch kleinliche Rache. Und parallel zu den physischen Grausamkeiten, die schonungslos und direkt beschrieben und ausgeführt werden, ist da eine zart aufkeimende Liebesaffäre, die jedoch von allen Seiten torpediert wird.
Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel – dem Leser wird der Mund trocken und pünktlich zum atemberaubenden mehrstufigen Showdown in einem verlassenen Haus am Ortsrand steigt auch der Pulsschlag ins Unermessliche.
Am Ende serviert Gerritsen keinesfalls die totale Erlösung – bedrückend die stumme Schwesternschaft der getöteten Frauen – wer kann schon sagen, wie viele es sind … Und auch seine letzten Opfer werden für immer gezeichnet sein.
Doch gleichzeitig steckt in diesem Schluss so viel Kraft, dass die Internistin Gerritsen sicher sein kann, dass jeder, der diesen ersten Band verschlungen hat, sich schon an diesem Punkt nach dem nächsten sehnt … und nach noch einem … und noch einem …

Miss Sophie

 

Gastrezension(en):


Name: Uwe
Email: uschwing@netway.at
Datum: 25.2.2006 (21:43)

Also sorry, aber ich wre nie drauf gekommen, dass Jane Rizzoli die wahre "Serienheldin" wird.


Name: Nachtigall
Email:
Datum: 6.6.2007 (5:49)

Sehr gutes Buch ! Nur zu empfehlen ! Es war mein erstes Buch von Tess Gerritsen aber bestimmt nicht das letzte. Die Chirurgin ist spannend bis zur letzten Seite.