Das Buch direkt bei Amazon bestellen Henning Mankell Wolfgang Butt
Die Brandmauer

(8. Band)
Original: Brandvägg
Deutsch von Wolfgang Butt
Zsolnay gebunden
ISBN 3-522-05168-6

Zwei junge Mädchen überfallen einen Taxifahrer, betäuben ihn mit einem Hammer und töten ihn mit einem Küchenmesser. Als die Polizei sie verhört, zeigen sie keinerlei Schuldgefühl.
Wallander kann es kaum fassen. Finden junge Menschen heutzutage wirklich nichts dabei, einen Menschen meuchlings umzubringen?
Er ist sich sicher, dass etwas anderes dahintersteckt. Aber bis er das herausfindet, geschehen noch viele merkwürdige Dinge.
Ein Mann fallt vor einem Bankautomaten tot um. Seine Leiche wird aus der Pathologie gestohlen und wieder an den ursprünglichen Fundort transportiert.
In ganz Schonen geht das Licht aus. In der Transformatorstation liegt eine verkohlte Leiche.
Wallander wird angezeigt, ein junges Mädchen geohrfeigt zu haben.
Auf Rat seiner Tochter Linda gibt er endlich eine Kontaktanzeige auf, um wenigstens sein Privatleben in geordnete Bahnen zu lenken.
Aber auch seine privaten Angelegenheiten geraten in die Turbulenzen des vorliegenden Falles.

Rezension:
Nur ein kluger Schriftsteller vermag aus dem alltäglichen Nachrichtengetöse die wichtigen, zukunftsweisenden Spuren zu lesen; und nur ein begabter Schriftsteller vermag daraus ein aufregendes Szenario zu schaffen.
Henning Mankell ist klug und begabt, das beweist er erneut im vorliegenden Roman, der 1998 im schwedischen Original erschienen ist.
Aber dass sein Buch nach nur drei Jahren geradezu gespenstisch an das aktuelle Weltgeschehen anknüpfen würde, das konnte selbst er wohl kaum voraussehen - oder vielleicht doch?
Jedenfalls wird dank Vernetzung die Welt zum Dorf - und das "Dorf" Ystad, die Heimat von Kommissar Kurt Wallander, wird zum Schauplatz der ganzen Welt.
Es braucht viel Zeit und viele Umwege, bis die Ermittler aus Schonen das Mosaik aus scheinbar sinnloser Gewalt und seltsamen Ereignissen zusammensetzen und das Bild vom Kopf auf die Füße stellen können.
Wie ein Schneeball, aus dem erst langsam, aber stetig und dann immer schneller, eine gewaltige Lawine wird, zieht das Tempo der Handlung im Laufe des Buches gewaltig an, um mit atemloser Geschwindigkeit kraftvoll auf den unerhört spannenden Showdown zuzusteuern.
Da möchte man die 575 Seiten nicht mehr aus der Hand legen, um ja keine Nuance dieses Wettlaufs gegen die Zeit - und natürlich gegen die "bösen Buben" - zu verpassen.
Und mittendrin, wie ein zwar stellenweise etwas "angeschlagener", aber doch standhafter Fels in der Brandung Kommissar Wallander.
Seine gesundheitlichen Probleme hat er mittlerweile im Griff, und diese Besserung seines körperlichen Zustands hat, so scheint es, auch positive Auswirkungen auf sein Gesamtbefinden - wenngleich er sich natürlich nach wie vor mit Mitarbeitern, Vorgesetzten und der Welt an sich plagt.
Denn insgesamt scheint er aktiver, tatkräftiger und mit mehr "Durchschlagskraft" versehen - was Hoffnung macht, dass er auch in künftigen Fällen besser gerüstet ist für seinen Kampf gegen das allgegenwärtige Böse.
Insgesamt bleibt Mankell sich in seiner Überzeugung treu: Die Tage der scheinbar so friedlichen, idyllischen, paradiesisch ruhig-verschlafenen Provinz sind endgültig vorbei.
So sehr man sich auch einen Zufluchtsort wünschen mag, eine Rückzugsmöglichkeit gibt es nicht, selbst wenn man die großen Städte meidet.
Das Verbrechen ist immer und überall - und manchmal weit größer und bedrohlicher als es auf den ersten Blick scheinen mag ...

Pille

 

Gastrezension(en):


Name: jona77
Email:
Datum: 4.12.2004 (22:10)

Ich sag nur eins: KAUFEN MARSCH MARSCH !!! Dieses Buch muss man gelesen haben, sonst hat man was verpasst. Hochspannung pur, ein reines Lesevergngen !